Zum Hauptinhalt springen

Leere Lachgaspatronen kosten die Brüsseler Müllabfuhr 10 Millionen Euro pro Jahr

Im vergangenen Jahr hat die Brüsseler Müllabfuhr Net Brussel schon fast 60 Tonnen Lachgaspatronen entsorgt. Die Patronen müssen gut aussortiert werden, denn wenn sie in der Verbrennungsanlage landen, besteht die Gefahr, dass sie dort explodieren und Schäden verursachen.  "Fast jede Woche muss eine Verbrennungsanlage wegen einer Explosion abgeschaltet werden".

Veröffentlicht:

Seit Ende 2022 nimmt die Zahl der leeren Lachgas- oder Distickstoffmonoxid -Patronen in Brüssel zu. Die werden meist in öffentlichen Mülleimern, in der Nähe von Altglascontainern, in Recyclingparks oder auf öffentlichen Straßen gefunden. Distickstoffmonoxid ist ein Gas, das spontan für sein schnelles, aber kurzlebiges Gefühl von Euphorie, Entspannung, Ruhe und Losgelöstsein eingeatmet wird. Obwohl es seit bereits fast 250 Jahren konsumiert wird, ist sein Konsum unter anderem in Belgien seit einigen Jahren gestiegen.

Net Brussel setzt ein spezielles Sortierteam ein, das Müllsäcke, die als potentiell gefährlicher Sondermüll gelten, einer zusätzlichen Kontrolle unterzieht, bevor sie in der Verbrennungsanlage landen. "Auf diese Weise sortieren wir jeden Tag 250 Tonnen Sondermüll", erklärt Adel Lassouli, Sprecher von Net Brussel.

Hohe finanzielle Kosten

Trotz dieser zusätzlichen Maßnahmen landen weiterhin jeden Tag Hunderte von Lachgasbehältern in den Verbrennungsanlagen. Diese verursachen Explosionen, die die Verbrennungsanlagen jedes Mal für mehrere Tage außer Betrieb setzen. Jeder Ausfall kostet rund 150.000 €.

Die Kosten für die Lachgasbehälter, die in den Verbrennungsanlagen landen, belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro pro Jahr. "Darin enthalten sind zusätzliche Wartungsarbeiten an den Verbrennungsanlagen, Einnahmeverluste, da die üblichen Abfallmengen nicht verarbeitet werden können, aber auch und vor allem die Vorkehrungen, die getroffen wurden, um zu verhindern, dass eine große Anzahl von leeren Lachgaspatronen in den Verbrennungsanlagen landet", so die Agentur.

Schädlich für Mensch und Umwelt

Lachgas oder Distickstoffmonoxid ist inzwischen von der belgischen Bundesregierung als gesundheitsgefährdend verboten worden.

Net Brussel hofft auf ein wachsendes Bewusstsein für die Gefahren, die die leeren Patronen für die Gesundheit, die Umwelt und die Verbrennungsanlagen darstellen. "Sie sind gefährlicher Sondermüll und sollten wirklich nicht in den normalen Müllsäcken landen."

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5