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Lachgaspatronen verursachen Probleme in den Brüsseler Müllverbrennungsanlagen

Leere Hülsen von Lachgaspatronen sorgen immer häufiger für technische Probleme und Schäden in den Müllverbrennungsanlagen in Brüssel, wie die flämischen Tageszeitungen De Standaard, Het Nieuwsblad und Het Belang van Limburg in ihren Dienstagsausgaben melden. Vor allem Jugendliche nutzen Lachgas als Droge und die Menge der entsprechenden Abfälle wird immer größer. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Lachgaspatronen können zu Explosionen in den Verbrennungsanlagen führen und vor allem die größeren Exemplare richten dabei Schäden an. Camilla Pilotto, die Sprecherin der regionalen Abfallgesellschaft Net Brüssel, sagte dazu, dass man in letzter Zeit immer häufiger mit diesem Problem zu kämpfen habe: „Seit Oktober letztes Jahr sehen wir eine deutliche Zunahme.“

Net Brüssel ist in der Hauptstadt-Region für das Einsammeln und für die Verarbeitung des Abfalls zuständig. Hier wird dieses Phänomen der zunehmenden Lachgaspatronen im Müll auf einen stärkeren Drogengebrauch zurückgeführt: „Wir finden die meisten Hülsen in der Umgebung von Clubs und Bars.“

Lachgas wird eigentlich für Anästhesie bei Zahnärzten genutzt oder als Treibmittel für Sprühsahne in der Lebensmittelindustrie. Doch in den letzten Jahren wird Lachgas immer populärer als Droge bei Jugendlichen. Das Gas wird inhaliert und sorgt für einen Rauschzustand.

Explosionen

Auffallend ist, dass es sich dabei oft um Lachgaspatronen von 500 Gramm handelt. Diese sind um einiges größer, als die kleinen Patronen, die zumeist auf der Straße oder in den öffentlichen Mülleimern landen. Weil die großen Patronen im Restmüll landen, werden sie zu den Verbrennungsöfen von Net Brüssel gebracht, wo sie explodieren.

Die drei Müllverbrennungsanlagen in der Hauptstadt mussten deshalb bereits mehrmals abgeschaltet werden und die entsprechenden Reparaturen dauern schonmal länger als 48 Stunden. Inzwischen ist die Zahl der Vorgänge in den Verbrennungsanlagen aber stabil geblieben.

Das geht allerdings nur, weil der Abfall, den die Brüsseler Müllwagen liefern, teilweise manuell durchsucht und zielgerichtet kontrolliert wird. Das allerdings ist sehr arbeits- und zeitintensiv. Net Brüssel sucht jetzt nach strukturellen Lösungen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Inzwischen aber ist dieses Phänomen auch schon in Flandern festgestellt worden, wie die Vereinigung der flämischen Städte und Gemeinden (VVSG) dazu meldet. 

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