Das Verkehrsministerium und das Ministeriums für Beschäftigung und Arbeit haben am Montag in Zeebrügge (Westflandern) Inspektionen an Bord der Belgica durchgeführt. Sowohl das belgische Büro für Wissenschaftspolitik (BELSPO) als auch der für die wissenschaftliche Forschung zuständige Bundesstaatssekretär Thomas Dermine (PS, französischsprachige Sozialisten) haben bestätigt, dass die Inspektionen stattgefunden haben.
Belgica-Forschungsschiff erhält nach Klagen der Besatzung den Besuch von Inspektionsteams
Die Inspektionen erfolgten aufgrund einer Beschwerde über Sozialdumping. Die lettische technische Besatzung der Belgica hatte eine Beschwerde bei der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) eingereicht.
Die französische Reederei Genavir, die für den Betrieb des Schiffes verantwortlich ist, soll versucht haben, einen Tarifvertrag für die Besatzung in Lettland auszuhandeln. Da das Schiff unter belgischer Flagge fährt, verstößt dies gegen das Seearbeitsübereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO).
Die Belgica dient als Hilfsschiff der belgischen Marine und hat belgische Schiffsoffiziere an Bord. Das Königliche Belgische Institut für Naturwissenschaften ist für die wissenschaftlichen Aktivitäten an Deck des Schiffes verantwortlich. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Inspektion wird entschieden werden, ob und welche Maßnahmen gegen die Reederei ergriffen werden. Genavir ist auch der Hauptbetreiber der französischen ozeanographischen Flotte.
Die Generaldirektion für Schifffahrt hat bestätigt, dass die Inspektionen stattgefunden haben. "Ein Inspektorenteam hat sich nach einer Beschwerde der Besatzung an Bord begeben, um zu prüfen, ob die Bestimmungen des Seearbeitsübereinkommens eingehalten werden". Die Reederei Genavir weigert sich, die Angelegenheit zu kommentieren.
Letzte Woche hat VRT NWS enthüllt, dass die Belgica im Jahr 2024 nur ein Drittel der Zeit in See stechen kann, was die Pläne für eine Arktisexpedition gefährdet. Laut Staatssekretär Dermine werden derzeit mehrere Möglichkeiten geprüft, um die Anzahl der Tage, an denen die Belgica im Jahr 2024 auf See sein kann, zu erhöhen.

