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Inland
Justiz

Kampf gegen den Drogenschmuggel: Das Hafenpersonal soll besser gescreent werden

Belgiens nationale Drogenkommissarin Ine Van Wymersch fordert, dass die Mitarbeiter im Hafen von Antwerpen strenger und besser gescreent werden müssen. Sie schlussfolgert die aus der VRT-„Pano“-Reportage über Hafenarbeiter, die den Drogenbanden beim Schmuggeln helfen, die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde. Van Wymersch zielt dabei konkret auf Personal ab, das dort Schlüsselpositionen in der Verwaltung und an den Containerdocks einnimmt.

Andreas Kockartz
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Die belgische Drogenkommissarin will, dass die Personen, die im Hafen Schlüsselpositionen haben, öfter und strenger gescreent werden. Das betrifft sowohl Zoll- und Polizeibeamten, sowie auch das Personal von privaten Sicherheits- und Transportunternehmen oder Hafenarbeiter in den Containerbereichen. 

Dabei geht es nicht mehr nur um deren Führungszeugnis, sondern auch um deren finanzielle Situation. Personen, die sich von den Drogenbanden zur Mitarbeit locken lassen, hätten nicht selten finanzielle Schwierigkeiten, so Van Wymersch nach der „Pano“-Reportage.

Dabei sprach VRT NWS mit vier anonym bleibenden Hafenarbeitern, die mit der Mitarbeit beim Drogenschmuggel viel Geld verdienten, die aber von der Polizei gestellt wurden und Haftstrafen verbüßten (siehe nebenstehenden Beitrag). 

Beschleunige Vernichtung von beschlagnahmten Drogen

Die flämischen Landesbehörden können noch diese Woche mit einer neuen Methode damit beginnen, beschlagnahmtes Kokain schneller zu vernichten. Dies wurde nötig, nach dem Kriminelle versucht hatten, sich unter Androhung von Waffengewalt beim Zoll im Hafen von Antwerpen lagerndes Kokain wieder zurückzuholen.

Die Zöllner im Antwerpener Hafen und deren Gewerkschaften freuen sich darüber, dass Flanderns Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) so schnell einen Weg finden konnte, Kokain schneller unbrauchbar zu machen und zu vernichten. Mit Hilfe von chemischen Produkten könne beschlagnahmtes Kokain bereits knapp drei Stunden nach dem Auffinden chemisch unbrauchbar gemacht werden.

Polizei und Zoll kamen lange nicht mit der Vernichtung von beschlagnahmten Drogen hinterher, da die entsprechenden Verbrennungsöfen eine zu kleine Leistung haben. Das bedeutete Risiken, denn tonnenweise Kokain und andere Drogen lagerten im Hafen und dies erforderte Bewachung von Personal, das dringend andernorts gebraucht wurde und das sich immer in Gefahr vor Kriminellen befand.   

Privacy

Ein weiteres Problem im Kampf gegen den Drogenschmuggel und -handel ist die belgische gesetzliche Regelung zum Schutz des Privatlebens. Die Ermittler haben manchmal die größte Mühe, bestimmte Angaben und Daten zu Kriminellen, die in deren Fokus stehen, konsultieren zu können.

In diesem Zusammenhang empfiehlt Drogenkommissarin Van Wymersch, dass die Untersuchungsrichter mit den Privacyregeln arbeiten können, die die Telekomoperatoren in unserem Land anwenden.

Diese hätten auf dem europäischen Markt Tools zur Verfügung, mit denen Polizei und Justiz durchaus vorgehen könnten: „Wir müssen einen gesetzlichen Rahmen schaffen, mit dem wir ein weitgehendes Screening von Menschen durchführen können, die im Hafen Schlüsselpositionen einnehmen.“ Darin schließt sie auch Kriminelle ein, gegen die in diesem Zusammenhang ermittelt werden muss.   

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