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Inland
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Gwendolyn Rutten ist Flanderns neue Innenministerin

Die frühere Vorsitzende der flämischen Liberalen Open VLD, Gwendolyn Rutten (Foto) ist die neue Innenministerin in der flämischen Landesregierung. Sie übernimmt damit die Ämter von Bart Somers, der am Montag seinen Posten zur Verfügung stellte, um sich auf die Kommunalpolitik in Mechelen zu konzentrieren. Das Rutten in die flämische Landesregierung geht, mag verwundern, hatte sie doch kürzlich erst angekündigt, sich aus der nationalen Politik zurückzuziehen. Am späten Mittwochnachmittag leistete sie im flämischenn Landesparlament ihren Eid auf die Verfassung. 

Andreas Kockartz
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Mit Gwendolyn Rutten hat die Open VLD auf eine erfahrene Politikerin im Amt der Landesministerin für Inneres, Verwaltung, Chancengleichheit und Einbürgerung gesetzt. Sie ist damit auch Vize-Ministerpräsidentin. Als Vorsitzende ihrer Partei hatte sie das flämische Koalitionsabkommen mit ausgehandelt und sie kennt das Stickstoff-Dossier, das in Flandern noch immer ungelöst ist. In den kommenden Wochen muss die Landesregierung hier eine Lösung vorlegen.

Mit dem schnellen Comeback von Rutten glättet Belgiens Premierminister Alexander De Croo die Wogen, denn zwischen ihr und ihm „hing der Haussegen schief“.

De Croo hatte nach dem Rücktritt von Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne nicht sie in die Bundesregierung berufen, sondern den Sicherheitstechnokraten Paul Van Tigchelt. Daraufhin hatte Rutten angekündigt, sich aus der nationalen Politik zurückzuziehen.

Eigentlich wollte sie ins Unterrichtswesen wechseln und, wie andere Open VLD-Politiker auch, in die Kommunalpolitik gehen und zwar in ihrer Heimatstadt Aarschot in Flämisch-Brabant. Das bedeutet aber auch, dass sie jetzt als Listenerste für die Open VLD in der Provinz Flämisch-Brabant bei den flämischen Landtagswahlen 2024 antreten kann und wohl auch wird. 

"Das ist das Leben"

„Ich bin fast zum Unterricht gewechselt, doch das Leben kann sich ändern“, so Gwendolyn Rutten. Sie sei vor einigen Wochen schwer enttäuscht gewesen: „Ich fand, dass ich in der Politik keine Bedeutung mehr hatte. Ich wollte gerne ins Unterrichtswesen gehen und hatte dazu schon Pläne gemacht, bis ich am Montagabend einen Anruf bekam. Und dann steht dein Leben auf dem Kopf. Ich kann verstehen, dass viele Leute das nicht gut finden, doch in kann nur sagen: Das ist das Leben. Ich habe den Schalter umgelegt und bin froh, dass man auf meine Fachkundigkeit setzt.“

Die Entscheidung der flämischen Liberale Open VLD, jetzt auf Gwendolyn Rutten zu setzen, stößt auf Kritik, auch in der eigenen Partei. Bart Somers hatte noch zu seiner Entscheidung, seine Ämter abzugeben gesagt, dass er den Weg für die Erneuerung und die Verjüngung seiner Partei freimache und gerade das findet mit ihr nicht wirklich statt. Von Seiten der Opposition wird der Vorwurf der Postenabsicherung laut und in den Medien wird von wenig Glaubwürdigkeit bei den flämischen Liberalen gesprochen.    

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