Die jüdische Gemeinschaft in Belgien, vor allem die in Antwerpen, fühlt sich mehr und mehr unsicher. Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Terrorgruppe Hamas im Nahen Osten wurden schon fünfmal mehr Meldungen zu antisemitischen Vorfällen gemeldet, wie „normal“. Dies schreiben mehrere flämische Tageszeitungen in ihren Donnerstagsausgaben.
Die Zahl der Antisemitismusfälle steigt auch in Belgien deutlich an
In Antwerpen schreckten Täter nicht einmal davor zurück, ein 6 Jahre altes jüdisches Kind von Fahrrad zu stoßen. Shmira, eine Organisation von Freiwilligen, die sich um die Sicherheit der jüdischen Gemeinschaft in Antwerpen kümmert, meldete für die letzten drei Wochen 231 antisemitische Vorfälle. „Normal“ wären rund 50 Vorkommnisse dieser Art pro Monat.
Fünf Personen erlitten physische Gewalt in Antwerpen, weil sie jüdisch aussahen, wie ein Sprecher von Shmira sagte: „Ein Schulkind wurde vom Fahrrad gestoßen und eine andere Person erhielt einen Tritt in den Bauch.“
Rund 100 Meldungen betrafen verbale Aggression und in 126 Fällen war die Rede von „provokativem Verhalten“. Damit meint man bei Shmira Sprüche, die an und für sich nicht verboten sind, die jedoch ein Gefühl der Beunruhigung vermitteln, wie z.B. der Ruf „Free Palestine!“
Rund 150 Meldungen betrafen antisemitische Parolen und Judenhass im Internet, wozu laut Shmira auch Bedrohungen gehören: „Manchmal betreffen Kommentare das jüdische Viertel, doch es kommt auch vor, dass Menschen aus der jüdischen Gemeinschaft persönlich über private Berichte oder über Sprachmeldungen bedroht werden.“
All diese Vorkommnisse sorgen für Angst und Beunruhigung unter den Juden in Antwerpen. Shmira meldet alle bekannten Fälle der Antwerpener Polizei, die in den meisten Fällen Ermittlungen aufnehmen.“

