Zum Hauptinhalt springen
Inland
Politik

Antwerpens Bürgermeister fordert Einsatz der Armee, um jüdischen Mitbürgern Ängste zu nehmen

Der Bürgermeister von Antwerpen, Bart De Wever (N-VA, Foto), hat seine Forderung nach einem Einsatz der Armee zur Absicherung jüdischer Einrichtungen in seiner Stadt wiederholt. Die Forderung fand bisher kein Gehör bei der belgischen Bundesregierung, was den Bürgermeister nun dazu veranlasste, gegenüber VRT NWS zu erklären: "Ich finde es unverständlich, dass das Verteidigungsministerium noch immer keine Soldaten entsandt hat."

Veröffentlicht:

De Wever forderte bereits vor einigen Wochen den Einsatz der Armee zur Bewachung jüdischer Einrichtungen in Antwerpen. Nach den Anschlägen von Paris im Jahr 2015 wurden an mehreren Orten Soldaten zur Überwachung eingesetzt. 2021 kehrte das Militär in die Kasernen zurück. Nach Ansicht von De Wever ist es sinnvoll, das Armeepersonal erneut zu mobilisieren.

"In Frankreich ist das sofort passiert. Das ist die normalste Sache der Welt. Die Bundespolizei hat keine Reserven, sie kann also keine zusätzlichen Beamten nach Antwerpen schicken. Militärisches Personal ist verfügbar, aber die Regierung will es nicht in Belgien einsetzen. Das verstehe ich überhaupt nicht."

De Wever zufolge hat es in Antwerpen bereits mehrere Zwischenfälle im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Israel und der Hamas gegeben. "Glücklicherweise handelt es sich bisher nur um Zwischenfälle, aber es gab Belästigungen und Vandalismus gegen Geschäfte, die Menschen gehören, die nichts mit dem Konflikt zu tun haben, die aber zur Zielscheibe werden. Das ist beunruhigend."

Wachsamkeit sei nach wie vor notwendig, so der Bürgermeister: "Meine größte Sorge ist, dass es Demos gibt, die zu echter Gewalt führen, die sich in erster Linie gegen die jüdische Gemeinschaft richtet. Ich glaube nicht, dass Menschen, die für Palästina sind, heute um ihr Leben fürchten müssen oder von Terroristen angegriffen werden."

Import von Konflikten

"Die Besorgnis der jüdischen Gemeinschaft stößt auf ein starkes Echo. Aber auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele Antwerpener Bürger, die ihre Sympathie für die einfachen Palästinenser zum Ausdruck bringen möchten. Und das sollte auch möglich sein."

De Wever sagt, er versuche, die Emotionen in seiner Stadt zu kanalisieren: "Ich versuche, jeden, der guten Willens ist, in den Dialog einzubeziehen."

Israelisch-palästinensischer Konflikt

Hat der Bürgermeister nicht selbst zur Polarisierung des Konflikts beigetragen, indem er Partei ergriff? "Ich habe gegen den Terror und gegen die Hamas Partei ergriffen. Wenn die Leute das mit einer Positionierung gegen die Palästinenser gleichsetzen, dann haben sie nicht richtig zugehört, was ich gesagt habe. In meiner Rede ging es um die Opfer des Terrors. Wenn die Leute daraus schließen, dass ich gesagt habe, Israel kann machen, was es will, dann ist das falsch."

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5