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Der "Neue", Maarten Put, und der "Alte", Jan Kempeneers

Das Genevermuseum in Hasselt hat nach langem Suchen endlich einen Schnapsbrenner gefunden

Seit Herbst 2020 suchte das Genevermuseum in Hasselt, der Hauptstadt der flämischen Provinz Limburg schon einen neuen Schnapsbrenner, da der bisherige „Herr des Hauses“, Jan Kempeneers, nach rund 30 Jahren Arbeit in Rente gehen wollte. Doch wer gedacht hätte, dass sich die Kandidaten um einen solchen einmaligen Job reißen würden, der irrte sich. Es hat bis jetzt, Herbst 2023 gedauert, bis das Museum den geeigneten Mann finden konnte. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Maarten Put aus Houthalen in Limburg ist der neue Kandidat. Er machte im Rahmen der 33. Geneverfeste im Hasselter am 21. und 22. Oktober Schnapsmuseum offiziell seine Aufwartung. Er ist aber bereits seit dem 1. September 2023 im Hause angestellt. Aber, er muss noch viel lernen.

„Die Passion für Genever sitzt bei mir schon lange, auch wenn ich aus der Bierwelt komme“, so Maarten, „doch mein Interesse gilt auch den stärkeren Getränken.“ Aber, der Weg vom Bierbrauen zum Schnapsbrennen ist nicht ganz einfach, so der Limburger weiter: „Das ist ganz anders. Die Installationen in der Brennerei des Museums stammen aus dem 19. Jahrhundert, während ich aus einer modernen Brauerei komme.“

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Der bisherige Schnapsbrenner des Museums, Jan Kempeneers, begleitet Maarten in den ersten Monaten seines Schaffens und der begrüßt dies auch sehr: „Ich glaube, dass es nur wenige Leute auf der Welt gibt, die so viel Erfahrung haben, wie Jan.“

Der aber nimmt nicht wirklich gerne Abschied von dem Job, den er über drei Jahrzehnte lang, genauer 32 Jahre lang, hier machte: „Ich gehe mit gemischten Gefühlen, denn ich habe hier gerne gearbeitet, doch alles hat einen Anfang und ein Ende. Ich finde es auch wichtig, dass ich dieses Handwerk an einen Jüngeren weitergeben kann.“

„Die Geneverfeste sind die schönsten Tage dieses Handwerks, denn dann ist der Moment, in dem man zeigen kann, wie das Brennen abläuft. Früher durfte man die Brennerei übrigens nur auf ausdrückliche Einladung betreten.“

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Jan hat in Maarten vollstes Vertrauen: „Man muss als Brenner sehr vorsichtig sein, denn man arbeitet mit Material, das 150 Jahre alt ist. Bei den nächsten Geneverfesten wird er zum ersten Mal kein Besucher sein, sondern der wichtigste Mann im Museum: „Ich bin sehr gespannt, wie das laufen wird. Ich bin es auch nicht gewöhnt, im Rampenlicht zu stehen, doch ich freue mich ganz besonders darauf!“

Die Geneverfeste im Oktober in Hasselt locken jährlich bis zu 100.000 Besucher in die limburgische Provinzhauptstadt. Etwa 10.000 von ihnen gehen dann auch in das Museum, auch um zu erleben, wie Schnaps gemacht wird.

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Vor Publikum werden hier jährlich rund 1.500 Liter Hasselter Korn (Graangenever), Elixier, Orangenbrand (Oranjebitter) und der goldene Schnaps „Goudwater“ gebrannt. Davy Jacobs, der Direktor des Museums, sagte, dass man mit Kulturerbe umgehen können müsse, „denn das ist ein wichtiger Unterschied zu den herkömmlichen und kommerziellen Brennereien.“

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Die Dampfmaschine des Genevermuseums

Das Genevermuseum bietet neben dem Schnapsbrennen auf Installationen aus dem 19. Jahrhundert übrigens noch eine Besonderheit. Hier arbeitet noch eine 24 PS starke Dampfmaschine (Foto oben), um das Rührwerk der Kornmühle anzutreiben. Dabei handelt es sich um eine Maschine, die ca. 1927 von Vancoppenolle aus Berchem bei Oudenaarde in Osrflandern gebaut wurde und die aus einer Molkerei in Booischot bei Heist-op-den-Berg in der Provinz Antwerpen stammt. Die Stadt Hasselt erwarb diese Maschine als Besitzer der Brennerei 1987 und ließ sie 1996 betriebsfähig restaurieren.  

Genevermuseum Hasselt, Witte Nonnenstraat 19, 3500 Hasselt, Info: www.jenevermuseum.be

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