Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit, Foto) will Ärzten untersagen, noch länger das Diabetes-Mittel Ozempic zum Abnehmen zu verschreiben. Damit reagiert der flämische Sozialist auf den akuten Mangel an Ozempic, wodurch Patienten, die dieses Medikament brauchen, vor Behandlungsproblemen stehen.
Gesundheitsminister Vandenbroucke will in Belgien Ozempic als Mittel zum Abnehmen verbieten
Das Medikament Ozempic ist bei Menschen sehr beliebt, die abnehmen wollen, denn es bremst u.a. die Esslust. Doch in den letzten Wochen zeigt sich ein akuter Mangel an diesem Medikament und der Hersteller Novo Nordisk kann der Nachfrage nicht mehr entsprechen.
Das wiederum bringt Menschen Probleme, die an Zucker leiden. Ozempic ist nämlich eigentlich ein Präparat für Patienten, die an Diabetes Typ 2 leiden, denn es regelt den Zuckergehalt im Blut.
Vor nicht allzu langer Zeit warnte die belgische Bundesagentur für Medikamente und Gesundheitsprodukte (FAGG) Ärzte davor, Ozempic bei Diäten zu verschreiben. Kurz danach läutete auch die Diabetes-Liga die Alarmglocken (wir berichteten).
Hoffentlich geben wir den Ärzten eine deutliche Botschaft, damit sie sich nicht länger von Patienten, die dieses Medikament zu anderen Zwecken nutzen wollen, unter Druck setzen lassen müssen.“
Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke
Jetzt will Bundesgesundheitsminister Vandenbroucke dieses Problem per Gesetz regeln. In dieser Woche noch wird er mit einer Taskforce zu dieser Frage zusammentreffen: „Das ist eine sehr außergewöhnliche Maßnahme, doch wir merken, dass eine vorsichtige Empfehlung nicht ankommt. Hoffentlich geben wir den Ärzten eine deutliche Botschaft, damit sie sich nicht länger von Patienten, die dieses Medikament zu anderen Zwecken nutzen wollen, unter Druck setzen lassen müssen.“
Der Hausärzteverband Domus Medica zeigt Verständnis für eine befristete gesetzliche Regelung der Vergabe von Ozempic, wie deren Vositzender Jeroen Vandenbrandt gegenüber VRT NWS sagte: „Wir haben als Hausärzte eine große Gruppe von Patienten, die an Diabetes Typ 2 leiden und dieses Medikament bietet ihnen eine wichtige Behandlung, die sie gut unterstützen. Also, wir verstehen diesen Beschluss. Wir dürfen diesen Patienten dieses wichtige Medikament nicht länger Vorenthalten.“

