Die christliche Gewerkschaft ACV Puls will mit dem Management von Delhaize über den Verkauf der noch von der Gruppe selbstbetriebenen Filialen an Franchisenehmer weiter verhandeln. Die Gewerkschaft will sich zur Lösung des Problems wieder an den Verhandlungstisch setzen. Die liberale und die sozialistische Gewerkschaft hatte neue Vorschläge von Delhaize im Laufe der Woche verworfen und abgelehnt.
Sozialkonflikt bei Delhaize: Christliche Gewerkschaft setzt auf Verhandlungen
„Wir sehen den Vorschlag von Delhaize als Basis um weiterzumachen an. Unsere Basis hat deutlich gemacht, dass das heutige Angebot noch keine Garantien bietet“, so Koen de Punder von ACV Puls in einer Pressemitteilung seiner Gewerkschaft.
„Wir müssen realistisch sein. Die Verselbständigung der Delhaize-Filialen wird kommen. Einen echten Sozialplan kann man das noch nicht nennen, doch wir müssen an das Personal in den Geschäften denken, die in einem der am schlechtesten bezahlenden Sektor unseres Landes arbeiten. Wir begrüßen die Direktion gerne wieder am Verhandlungstisch, um diesen weiter auszuarbeiten.“
Seit Delhaize Anfang März angekündigt hat, alle 128 noch selbst betriebenen Filialen an Franchisenehmer abgeben zu wollen, wütet bei der Warenhauskette ein erbitterter Sozialkonflikt, denn die Gewerkschaften befürchten, dass das Personal danach trotz garantierter Übernahme unter schlechteren Arbeits- und Lohnbedingungen weiterbeschäftigt wird.
Die Fronten bleiben verhärtet und einige Gesprächsrunden wurden nach nur kurzer Zeit ergebnislos abgebrochen. Auch von der belgischen Regierung bestellte Schlichter konnten bisher keine Einigung erwirken.

