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Gesundheit

Belgische Forscher entdecken, wie Gehirnzellen bei Alzheimer absterben: "Ein doppelter Durchbruch“

Forscher unter der Leitung des Top-Experten Bart De Strooper (VIB-KU Leuven) haben entdeckt, wie Gehirnzellen bei der Alzheimer-Krankheit absterben. Außerdem ist es ihnen gelungen, das Absterben von Neuronen bei Mäusen zu verhindern. "In der Alzheimer-Grundlagenforschung findet derzeit eine echte Revolution statt", sagt De Strooper.

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Einen "doppelten Durchbruch" nennt Professor Bart De Strooper die Forschungsarbeit, die er zusammen mit Dr. Sriram Balusu (VIB-KU Leuven) geleitet hat. "Einerseits haben wir entdeckt, wie Gehirnzellen bei der Alzheimer-Krankheit absterben. Sie begehen im Grunde genommen Selbstmord, nachdem sie den typischen Proteinansammlungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten ausgesetzt waren."

"Andererseits haben wir ein neues Mausmodell entwickelt, bei dem menschliche Gehirnzellen in die Gehirne von Mäusen transplantiert werden. Wir fanden heraus, dass diese menschlichen Gehirnzellen viel empfindlicher auf Alzheimer reagieren als die von Mäusen. Wir sehen jetzt alle Arten von Veränderungen in diesen menschlichen Gehirnzellen, die wir in den Gehirnzellen von Mäusen nie gesehen haben."

Im Labor gelang es den Forschern auch, die menschlichen Gehirnzellen in Mäusen daran zu hindern, Selbstmord zu begehen, also sich selbst zu zerstören. Es sind noch weitere Forschungsarbeiten erforderlich, doch könnte dies schließlich zu neuen Behandlungsmethoden führen.

"Es handelt sich noch um Grundlagenforschung, aber die ist notwendig, um die nächsten Schritte zu unternehmen", sagt De Strooper. "In der Zwischenzeit wurden wir bereits von einem großen US-Unternehmen kontaktiert, das Medikamente entwickelt, die den Selbstmord von Gehirnzellen bei Alzheimer blockieren. Sie haben uns gebeten, ihr Medikament in unserem Mausmodell zu testen, und wenn das Ergebnis positiv ausfällt, erwägen sie, es auch am Menschen zu testen."

Wir stehen bei Alzheimer heute da, wo wir in den 1990er Jahren bei der AIDS-Behandlung waren. Wir werden noch 10, 15 Jahre lang sehr hart arbeiten müssen.

Bart De Strooper, Alzheimer-Experte (VIB-KU Leuven Zentrum für Hirnforschung)

Obwohl in den letzten Jahren wichtige Schritte unternommen wurden, gibt es immer noch keine Therapie für die Alzheimer-Krankheit. Die der Krankheit zugrunde liegende Ursache ist bis heute nur unzureichend erforscht. Professor De Strooper hofft, dies mit dieser Forschungsarbeit zu ändern.

Demenz und Alzheimer in Zahlen

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass derzeit 55 Millionen Menschen an Demenz (Lazheimer)erkrankt sind. Angesichts der alternden Bevölkerung wird sich diese Zahl bis 2050 auf etwa 150 Millionen Fälle verdreifachen. Etwa 2 von 3 Fällen betreffen die Alzheimer-Krankheit.

In Belgien leben schätzungsweise 200.000 Menschen mit Demenz. Auch in unserem Land steigt diese Zahl weiter an. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand im Laufe seines Lebens an Demenz erkrankt, liegt bei 1 zu 5. Dieses Risiko nimmt mit dem Alter zu.

"Heutzutage sind wir daran gewöhnt, dass Dinge in ein paar Jahren gelöst sind, aber so funktioniert das nicht. Der Kampf gegen den Krebs begann 1978. Heute, fast 50 Jahre später, ist Krebs eine mehr oder weniger behandelbare Krankheit geworden, aber wir sind noch lange nicht am Ziel."

"Das Gleiche gilt für AIDS. Bei Alzheimer stehen wir heute da, wo wir in den 1990er Jahren mit der AIDS-Therapie waren. Wir werden noch 10, 15 Jahre lang sehr hart arbeiten müssen, um eine Lösung zu finden, bei der die Demenz unter Kontrolle ist.

Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

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