Zum Hauptinhalt springen
Inland
Politik

Das Flüchtlingswerk Flandern möchte nicht mehr mit Asyl-Staatssekretärin De Moor zusammenarbeiten

Das Flüchtlingswerk Flandern ist auf Bitten von Belgiens Staatssekretärin für Asyl und Einwanderung, Nicole de Moor (CD&V) auf die Suche nach rund 300 Aufnahmeplätzen für Neuankömmlinge gegangen. Doch nach dem die Staatssekretärin angekündigt hat, alleinstehenden Männern keine Unterkunft mehr anzubieten, beendete das Flüchtlingswerk diese Zusammenarbeit, wie verschiedene Tageszeitungen melden.

Andreas Kockartz Belga
Veröffentlicht:

Die föderale belgische Ausländerbehörde Fedasil hatte in der vergangenen Woche auf Bitten von Staatssekretärin De Moor beim Flüchtlingswerk Flandern mit Dringlichkeit angefragt, ob man dort angesichts von weiter steigenden Asylanfragen dabei helfen könne, Unterbringungsmöglichkeiten für die Neuankömmlinge zu finden. Das sollte vor allem Familien mit Kindern betreffen. 

Das Flüchtlingswerk, eine Vereinigung ohne Erwerbszweck, die mehrheitlich von Ehrenamtlichen betrieben wird, begann sofort die Suche, auch wenn sie dazu weder über ein Budget, noch über entsprechende Erfahrung verfügt.  

Bis Dienstag fand das Flüchtlingswerk in Flandern Unterbringungen für etwa 50 Personen und 18 Asylsucher waren schon ausgesucht, um dort fürs erste einzuziehen. Doch am Dienstag teilte Asyl-Staatssekretärin De Moor mit, dass Fedasil angesichts der hohen Zahl an Antragstellern alleinstehenden Männern keine Unterkunft mehr gewähren könne und dass man vorerst lediglich Aufnahmeplätze für Familien mit Kindern zur Verfügung stelle. 

In dem Männer ausgeschlossen werden wird die Staatssekretärin trotzdem nicht vermeiden können, dass in diesem Winter wieder Frauen und Kinder in Kartons schlafen müssen.“

Offener Brief des Flüchtlingswerks Flandern

Daraufhin zog das Flüchtlingswerk Flandern den Stecker aus der neuen Zusammenarbeit. „Männer sind auch Menschen“, argumentierte Tine Claus, die Direktorin des flämischen Flüchtlingswerks diesen Schritt. In einem offenen Brief des Flüchtlingswerks Flandern an die Staatssekretärin heißt es dazu: „Männer sind Ehemänner, Väter und Brüder und Sie haben wiederholt erklärt, dass alles in die Weg geleitet werde, um den Mangel an Unterbringung zu lösen, auch für die Männer.“

Bisher haben in diesem Jahr schon etwa 19.000 Asylsucher in Flandern einen Antrag auf Bleiberecht gestellt. Und auch das Flüchtlingswerk stellt fest, dass in letzter Zeit vermehrt Familien mit Kindern hier anklopfen: „Männer werde jetzt schon nur tröpfchenweise nach wochenlangem Warten zugelassen. In dem sie ausgeschlossen werden wird die Staatssekretärin trotzdem nicht vermeiden können, dass in diesem Winter wieder Frauen und Kinder in Kartons schlafen müssen.“ 

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5