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"Aufräumaktion" im Brüsseler Südbahnhof: 56 Festnahmen und Einsatz einer großen Putzkolonne

Nach Meldungen und Hilferufen über ausufernde Kriminalität und Unsicherheit sowie einer enormen Verschmutzung im und rund um den Bahnhof Brüssel Süd/Midi ist es am vergangenen Wochenende zu ersten Aktionen gekommen. Am Samstag durchkämmten dutzende Polizisten den Bahnhof und nahmen zahlreiche Personen in Gewahrsam. Gleichzeitig begann rund um den Bahnhof ein Großreinemachen, bei dem gleich 2 Müllwagen vollgeladen wurden.

Andreas Kockartz
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Seit einem Video, das Reisende zu nächtlicher Stunde im Juli im Brüsseler Bahnhof Süd/Midi aufgenommen haben und das viral ging und dem Hilferuf von Bahnchefin Sophie Dutordoir über einen offenen Brief an Politik und Behörden auf regionaler und föderaler Ebene ist Bewegung in die Sache gekommen. Am Freitag gab Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) bekannt, dass eine Taskforce zur Lösung der umfassenden Probleme eingesetzt wird. 

Am Samstag kam es dann zu einer ersten umfassenden Aktion, an der rund 200 Polizisten (Lokal-, Bundes- und Bahnpolizei) und mehrere Reinigungstrupps der Bahn und der Brüsseler Gemeinden, die an den Bahnhof grenzen (Anderlecht, Sint-Gillies, Vorst - zu einem kleinen Teil und Brüssel-Stadt), beteiligt waren. Die Polizei nahm dabei 65 Personen fest, von denen 56 in Gewahrsam genommen wurden. Dabei handelte es sich vor allem um illegale Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung, um unbegleitete Minderjährige, um Taschendiebe und Drogendealer sowie um Drogensüchtige.

Beobachtet wurde die Aktion am Samstag von den Bürgermeistern der Brüsseler Gemeinden Sint-Gillies und Anderlecht, in denen sich einige Bereiche des internationalen Bahnhofs der belgischen Hauptstadt befindet. Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) sagte nach dieser Aktion, dass sie mehr von der Region Brüssel-Hauptstadt in diesem Sinne erwarte, denn „so etwas können wir nicht jeden Tag machen.“ In Brüssel hieß es dazu, dass die Region und die Gemeinden mehr Mittel und mehr Personal brauchen, um dies selbst in die Hand zu nehmen, denn in der Hauptstadt würde es nicht nur diesen Problembereich geben.

Putzkolonnen

Nach der Polizeiaktion rückte eine riesige Putzkolonne an, um sich den Bahnhof und vor allem seine direkte Umgebung vorzunehmen. Dabei kamen kommunale Mitarbeiter aus den Gemeinden Brüssel-Stadt, Sint-Gillies und Anderlecht an den Bahnhof und Mitarbeiter der regionalen Sauberkeits- und Abfallbehörde „Net Brüssel“ zum Einsatz. Sie räumte soviel Abfall rund um Brüssel Süd/Midi ein, dass gleich zwei Müllwagen anrücken mussten. Gleichzeitig wurden mehrere Bereiche des Bahnhofs desinfiziert.

Die Gastronomen und Einzelhändler im Bahnhof reagierten erleichtert und hoffen, dass es jetzt besser wird, denn hier sorgen Diebstahl, der Aufenthalt von zwielichtigen Personen und andere negative Auswirkungen dafür, dass die Kunden ausbleiben oder sich unsicher fühlen, was nicht zuletzt auch auf das Personal der Unternehmen zutrifft. 

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