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Inland
Wirtschaft

Halten die Supermärkte ihre Preise bewusst hoch? Belgiens Verbraucherschützer reichen Klage ein

Nach Ansicht des belgischen Verbraucherschutz-Organs Test Aankoop/Test Achats sinken die Preise in den hiesigen Supermärkten und Warenhäusern deutlich langsamer als die internationalen Handelspreise. Deshalb reicht Test Aankoop Klage bei der Belgischen Wettbewerbsbehörde (BMA) ein.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

„Supermarktpreise werden, wenn die Großhandelspreise steigen, schnell erhöht, doch in umgekehrter Richtung geschieht das kaum oder nur sehr langsam“, so Laura Claeys von Test Aankoop gegenüber VRT NWS. Dies müsse unbedingt untersucht werden, so die Verbraucherschützerin.

Das Verbraucherschutz-Organ vergleicht monatlich die Preisentwicklung von 3.000 Produkten aus sieben Supermarkt- und Warenhausgruppen in Belgien mit den jeweiligen Vorjahrespreisen. 

Im März beobachtete Test Aankoop (vergleichbar mit der Stiftung Warentest in Deutschland) noch eine Rekordinflation von über 20 %. Im Juni lag die Inflation hier noch bei 17 %. Das bedeutet, dass der überprüfte Warenkorb noch immer 17 % teurer ist, als im Juni 2022. Die Preise gehen demnach runter, doch nur sehr langsam.

„Diese 17 % sind eine abnormal hohe Zahl, weil die Inflation seit drei Monaten in Folge sinkt“, so Clayes weiter dazu: „Auch die Großhandelspreise an den internationalen Märkten sinken, doch in den Warenhäusern in unserem Land ist da nicht viel von zu sehen. Und das ist beunruhigend.“ Da auch die Energiepreise auf den Weltmärkten sinken und auch die Preise für Rohstoffe fragen sich die Verbraucherschützer, was hier gerade läuft. 

"Was läuft hier wirklich?"

„Wenn wir uns die Getreidepreise anschauen, sehen wir, dass die seit Oktober letzten Jahres sinken. Im Supermarkt ist da noch nicht viel von zu merken. Von allen Mehlsorten, die wir verglichen haben, sind 10 günstiger geworden aber 17 sind auch noch teurer geworden“, so die Verbraucherschützerin. Auch bei den Milchprodukten ist ähnliches zu beobachten. Die Milchpreise im Großhandel sinken seit rund einem Jahr, doch in dieser Zeit ist nur bei einer Marke ein Liter halbvolle Milch gesunken. 4 Produkte blieben im Preis gleich, während 36 Produkte (!) teurer wurden.  

Hier werde deutlich, dass der freie Markt nicht zum Vorteil der Verbraucher arbeite: „Laut der Europäischen Zentralbank treiben  zahlreiche Sektoren die Preise nach oben, um hohe Gewinne zu verbuchen. Laut der Belgischen Nationalbank hingegen ist davon nichts zu merken.“

Dies müsse untersucht werden, so Laura Claeys: „Wir brauchen dringend objektive Angaben, damit wir die nötigen Maßnahmen ergreifen können, um die Kaufkraft der Haushalte besser schützen zu können. Darum bitten wir die Belgische Wettbewerbsbehörde (BMA) mit unserer Klage um eine Untersuchung.“

Diese BMA-Behörde ist eine unabhängige administrative Instanz, die dazu befugt ist, den freien wirtschaftlichen Wettbewerb zu schützen. Leider wird die Internetseite dieser staatlichen Behörde nicht in deutscher Sprache angeboten. 

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