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ÖPNV in Flandern: De Lijn streicht 180 Haltestellen - Fahrgastverbände enttäuscht

Die Ende der letzten Woche von der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn eingeleitete Fahrplan- und Netzreform sorgt für herbe Enttäuschung bei den hiesigen Fahrgastverbänden. Der Verband ZugTramBus kritisiert, dass die neuen Pläne die Streichung von rund 180 Haltestellen mit sich gebracht hat.

Andreas Kockartz
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ZugTramBus stellt fest: „Die Busse fahren zwar schneller, sind aber länger unterwegs.“ Das sei nicht das, was man von einem vernünftigen öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) erwarten könne. 

Der Fahrgastverband erinnert daran, dass das Credo von De Lijn im Jahr 2001 lautete, dass jeder Bürger in höchstens 750 Metern Entfernung eine Bus- oder Tramhaltestelle finden soll. Damals sei der ÖPNV noch ein von der Politik gewünschtes Basisrecht gewesen. 2019 hieß das dann „Basis-Erreichbarkeit“. Auch seinerzeit ging es darum, dass De Lijn effizienter werden sollte.

Doch heute liegt der Schwerpunkt auf einem „Kernnetz“, schnelleren Fahrten und mehr Verbindungen entlang der großen Verkehrswege. Das bedeutet aber auf der anderen Seite, dass die Busse von De Lijn in den Städten nicht mehr unbedingt durch die Viertel fahren und dass in ländlichen Gebieten weniger Haltestellen und Anschlüsse bedient werden.

Kritik von Fahrgastverbänden und der Opposition

Wie das aussehen wird, bleibt abzuwarten. Peter Meukens, der Vorsitzende von ZugTramBus (TreinTramBus (TTB)) in Flandern sagte gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard: „Ich erwarte diese Woche viele Beschwerden, wenn die Pendler zur Arbeit fahren wollen und die Anpassungen bemerken.“ Die oppositionellen flämischen Sozialisten Vooruit kritisieren die Reform von Landesverkehrsministerin Lydia Peeters (Open VLD) ebenfalls. „Auf dem Land funktioniert das nicht, wenn der Bus plötzlich am Dorfkern vorbeifährt. Personen, die nicht so mobil sind, schaffen es nicht unbedingt zu weiter entfernten Haltestellen“, so die Abgeordnete Els Robeyns aus der Provinz Limburg. 

Pendler nicht mit einbezogen

Während auf einigen Linien heute mehr Anschlüsse verpasst werden, als im alten Fahrplan, weisen die neuen Fahrpläne auf einigen Strecken allerdings positive Entwicklungen auf, so Peter Meukens von TTB: „Auf mehreren Linien sind allerdings inzwischen mehr Busse unterwegs.“ Doch in Brügge z.B. fahren deutlich wenige Busse durch die Stadt. Die Fahrgastverbände in Flandern bedauern, dass sie in die Planungen nicht mit einbezogen wurden, denn schließlich vertreten sie die „erfahrenen“ Pendler: „Wir hätten De Lijn noch auf einige Anschlüsse, die heute knapp verpasst werden, hinweisen können.“

Aus dem Kabinett von Landesverkehrsministerin Peeters verlautete dazu, dass dies lediglich Phase 1 des neuen Verkehrsplans von De Lijn sei und dass es nach der Einführung der 2. Phase am 1. Januar 2024 deutlich besser würde. Ob allerdings so eine Verkehrswende eingeleitet werden kann, die die Leute vom eigenen Auto in Busse und Bahnen bringen soll, sei dahingestellt. In einem halben Jahr könnten eher wesentlich mehr Pendler wieder auf die Option des eigenen Autos für den Berufsverkehr setzen… 

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