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Der 8. Mai 1945 in Brüssel

Soll der 8. Mai wieder ein Feiertag werden? Auch Belgien gedenkt der Befreiung und dem Ende des Zweiten Weltkriegs

Überall im Lande werden auch an diesem 8. Mai wieder Stimmen laut, die sich wünschen, dass dieser Tag der Befreiung und des Endes des Zweiten Weltkriegs wieder zum Feiertag wird. In einigen Ländern Europas, die am gleichen Tag befreit wurden, ist dieser 8. Mai ein Feiertag, doch in Belgien wurde er 1974 abgeschafft.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Viele Einrichtungen und Verbände Land auf, Land ab rufen seit Jahren dazu auf, dass der 8. Mai wieder zum Feiertag wird. Die Initiatoren dieses Aufrufs, die sich in der „8. Mai-Koalition“ zusammengeschlossen haben, sind der Ansicht, dass die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg so langsam in unserem Land verblasst.

Gerade in einer Zeit, in der die letzten Menschen, die diesen Krieg noch erlebt haben, von uns gehen, sei es wichtig, diese Erinnerung weiter zu fördern. Nazi-Deutschland hatte sich an diesem Tag 1945 ergeben und kapituliert und dieser Tag erinnert nicht zuletzt auch an den Sieg gegen den Faschismus in Europa.

In Flandern z.B. wird dazu aufgerufen, den 8. Mai zum Gedenktag an den Widerstand bzw. an die Widerständler zu machen. Gerade auch in Flandern wird dem Widerstand in der Geschichtsschreibung zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet, so die Ansicht vieler, die hinter der „8. Mai-Koalition“ stehen. Alleine in Belgien sind in der Zeit der deutschen Besatzung rund 15.000 Widerständler ums Leben gekommen. 

Nirgendwo in Europa herrscht eine so große Vergesslichkeit über den Widerstand, wie in Flandern.“

Dany Neudt, Historiker

Der Historiker Dany Neudt sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Nirgendwo in Europa herrscht eine so große Vergesslichkeit über den Widerstand, wie in Flandern. Nach dem Kriegsende entstand ein politischer Mythos, nach dem der Widerstand frankophon war und die Kollaboration flämisch. Der Widerstand in Flandern wurde überdies schnell als negativ belichtet, während der Kollaborateure als Naive bezeichnet wurden, die nur das Beste für Flandern wollten, jedoch leider in die Fänge des Nationalsozialismus gerieten.“

Inzwischen aber finden die Bemühungen, dem Widerstand im Zweiten Weltkrieg den Raum zu bieten, den er in der Geschichte hatte, offene Ohren und auch die Forderung, dass der 8. Mai wieder zu einem Feiertag werden soll, trifft auf Gehör einer breiteren Öffentlichkeit. 

Ein offizieller Feiertag gegen Faschismus würde einen großen symbolischen Wert haben. Rechtsextremismus ist im Aufmarsch und da müssen wir wachsam für sein.“

Lukas Janssens, Student (UAntwerpen)

Inzwischen fordert dies auch eine Gruppe von Studierenden und Professoren an der Universität Antwerpen (UAntwerpen), wo am Montag ebenfalls eine dahingehende Forderung im Rahmen der Gedenkfeier laut wurde. Lukas Janssens, ein UA-Student, der die Initiative dazu ergriffen hatte, sagte dazu: „Ein offizieller Feiertag gegen Faschismus würde einen großen symbolischen Wert haben. Rechtsextremismus ist im Aufmarsch und da müssen wir wachsam für sein.“

Auch an diesem 8. Mai werden überall im Land Gedenkveranstaltungen abgehalten, wie z.B. im Fort Breendonk in der Provinz Antwerpen, das während der Nazizeit als Auffanglager und Gefängnis für Widerständler und politische Gefangene genutzt wurde (siehe nebenstehenden Beitrag). 

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