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#StolenMemory: Auch in Antwerpen wurden Gegenstände von KZ-Opfern aus den „Arolsen Archives“ zurückgegeben

Am Donnerstag haben Angehörige von zwei Männern, die in der Nazizeit im Konzentrationslager gesessen haben, damals beschlagnahmte persönliche Gegenstände überreicht bekommen. Dabei ging es unter anderem um Armbanduhren. Die deutschen „Arolsen Archives“ sind derzeit zu Gast im Antwerpener Museum am Strom (MAS), wo eine Ausstellung dazu zu sehen ist. In dieser Woche waren die „Arolsen Archives“ bereits mit ihrer reisenden Ausstellung #StolenMemory in Hasselt (Prov. Limburg) zu Gast.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Bei der Eröffnung von #StolenMemory im MAS in Antwerpen wurden zwei verloren geglaubte Armbanduhren den Nachkommen und Angehörigen von zwei Männern zurückgegeben, die während des Zweiten Weltkriegs in ein KZ deportiert wurden. 

In einem Fall ging es um die Uhr von René Vandelsen, der im KZ Neuengamme ums Leben kann und in dem anderen Fall um eine Uhr von René De Herdt, ein Widerstandskämpfer aus Antwerpen. Er überlebte die Gefangenschaft im belgischen KZ Breendonk und im KZ Neuengamme und konnte nach Belgien zurückkehren.

Für dessen Sohn Georges De Herdt (Foto unten) war dies ein ganz besonderer Moment: „Ich finde kaum Worte. Das Kleinod, das ich hier bekommen habe, hat einen enormen emotionalen Wert. Mein Enkel hat schon gesagt, dass er das erhalten wird. Ich habe noch einen Brief gefunden, in dem alles aufgeschrieben wurde, was sie ihm abgenommen hatten. Auch diese Uhr. Sogar der Preis stand noch dabei, ich glaube, sie hatte 400 Franken gekostet. Er war sich total nicht dessen bewusst, dass davon noch etwas existiert.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Georges De Herdt

René De Herdt hatte sich der Gestapo damals selbst gestellt, als diese ihn bei sich zu Hause suchte, so dessen Sohn: „Sonst hätten sie die ganze Familie deportiert. ‚Es wird mein Tod, doch meine Familie geht vor‘, sagte er damals. Ich kenne meinen Vater, wir sind der gleiche Menschenschlag. Er ist letztendlich 1999 gestorben, doch der Krieg hat seine Spuren hinterlassen.“

Bisher konnten im Rahmen der rundreisenden Ausstellung #StolenMemory persönliche Gegenstände von ehemaligen KZ-Häftlingen über 700 Familien überreicht werden. 18 dieser Übergaben fanden in Belgien statt. Alle Gegenstände stammen aus den „Arolsen Archives“ in Bad Arolsen. Das ist das „International Center on Nazi Persecution“ zum Thema Opfer von Verfolgung, Deportation, Zwangsarbeit und Völkermord durch Nazi-Deutschland. Unter den dort archivierten 30 Millionen Dokumenten zu 17,5 Millionen Opfern sind auch etwa 18.000 Akten zu Personen aus Antwerpen. 

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