Das Management der Delhaize-Warenhausgruppe, die ihre 128 selbstbetriebenen Filialen an Franchisenehmer abgeben will, garantiert, dass keiner dieser Märkte vor Ende 2028 geschlossen wird. Diese Garantie gelte auch nach der Übernahme durch selbständige Betreiber. Delhaize teilte 4 Garantien schriftlich mit, da die Gewerkschaften am Dienstag auch die dritte Schlichtungsrunde verlassen haben. Die Gewerkschaften halten das Versprechen von Delhaize für unglaubwürdig.
Gewerkschaften halten Zusagen der Delhaize-Gruppe für unglaubwürdig
Der Sozialkonflikt bei Delhaize bleibt auch nach Wochen weiter festgefahren. Die Warenhauskette garantiert, dass die Arbeits- und Lohnbedingungen der rund 9.000 Beschäftigten auch nach einer Übernahme durch Franchisenehmer die gleichen bleiben. Delhaize verspricht auch, dass alle 128 betroffenen Filialen auf jeden Fall bis Ende 2028 geöffnet bleiben. Doch dem schenken die Gewerkschaften keinen Glauben.
Delhaize formulierte 4 Garantien, die sie den Gewerkschaften am Dienstag im Rahmen der dritten Schlichtungsrunde vorlegen wollte, doch diese verließen vorzeitig die Gesprächsrunde, wonach die Warenhausgruppe ihre Versprechen schriftlich mitteilte.
Hierbei geht es konkret um eine Bestätigung, dass die Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten unverändert bleiben, dass keine Märkte vor Ende 2028 geschlossen werden, dass Langzeitkranke und Kollegen mit medizinischen Problemen keine Schwierigkeiten haben werden und dass die Überstunden standardmäßig bei einer Übernahme mit übernommen werden.
Unglaubwürdig
Die Gewerkschaften stellen unter anderem die Kommunikations-Strategie der Warenhauskette in Frage. Bei jeder Sozialverhandlung würden einseitige Ankündigungen an die Außenwelt abgegeben, statt Vorschläge bei den Gesprächen vorzulegen und diese mit Argumenten zu unterlegen. Nach dem juristisch erwirkten allgemeinen Verbot von Streikposten für Blockaden von Filialen und Vertriebszentren würde hier erneut Öl aufs Feuer gegossen.
Für den 22. Mai kündigt die Delhaize-Gruppe eine neue außergewöhnliche Betriebsratsversammlung an. Das ist ausgerechnet der Tag, an dem die Gewerkschaften einen nationalen Aktionstag angekündigt haben. Auch dies sei kein Zufall, so die Arbeitnehmervertreter.

