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Inland
Justiz

Illegale Rave in Sint-Truiden: Ermittler sind den Organisatoren auf der Spur

Die illegale Rave-Party auf einem Militärgelände in Brustem bei Sint-Truiden in der Provinz Limburg, die mit tausenden Besuchern am vergangenen Wochenende in Flandern für Schlagzeilen sorgte, ist definitiv vorbei. Jetzt wird der Schaden bemessen und die juristischen Folgen nehmen Konturen an. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Limburgs Provinzgouverneur Jos Landmeters verteidigte am Montag noch einmal die gewaltlose und deeskalierende Herangehensweise von Behörden, Polizei und Armee. Angesichts von zeitweise bis zu 10.000 Ravern sei eine Räumung des Geländes ohne desaströse Folgen nicht möglich gewesen, so der Gouverneur.

Inzwischen wird der Schaden bemessen. Obschon zahlreiche Besucher ihren Müll eingesammelt und mitgenommen haben, werden noch Massen an Abfällen geräumt. Auch die Naturschutzorganisatoren messen den möglichen Schaden, denn die Raver hier verursacht haben.

Auf dem teilweise verwilderten Gelände brüten derzeit zahlreiche und auch seltene Vögel derzeit ihre Jungen aus. Die tagelange und massive Störung durch zahllose Menschen und anhaltendem Lärm auch und gerade durch laute Technomusik wird negative Auswirkungen haben. Flanderns Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) erstattete denn auch deshalb Anzeige gegen Unbekannt. Aufgrund des schon jetzt festzustellenden Schadens an Flora und Fauna auf dem Gelände reichte auch die flämische Landesagentur für Natur und Wald Anzeige gegen die Veranstalter ein. 

Organisatoren im Visier der Ermittler

Seit Sonntagnacht zogen die Raver nach und nach wieder ab und die Musikanlagen wurden abgebaut. Der „Rückzug“ der Partygänger verlief so gut wie reibungslos, auch wenn dies nicht ohne Folgen blieb. Einmal mehr sorgten tausende abfahrende Autos für Probleme auch bei den Anwohnern.

Diese beklagten sich, weil viele Menschen durch ihre Gärten liefen und weil nicht selten Notdurft auf privatem Gelände verrichtet wurd9e. Bei einem Bauern wurde das gesamte Rübenfeld vernichtet, weil Autos darauf parkten und weil viele Raver über das Feld liefen, um durch den aufgeschnittenen Zaun auf das Festivalgelände zu gelangen. Es entstand offenbar mehr Schaden im Umfeld des Geländes als dort selbst.

Die Staatsanwaltschaft Limburg meldet inzwischen, dass man den Veranstaltern auf der Spur sei und dass auf diese empfindliche Strafen warten würden. Ihnen drohen Anzeigen wegen des Eindringen in ein Militärgelände und das Veranstalten eines Massenevents ohne Genehmigung und ohne den gesetzlichen Vorschriften für eine solche Party zu entsprechen. Nicht zuletzt könnten sich auch Schadensersatzforderungen an die Organisatoren richten. 

Einige Zahlen

  •    9 Personen wurden festgenommen

  •    27 Führerscheine wurden einbezogen   

  •    3 Fahrzeuge wurden stillgelegt

  •    20 Strafmandate wegen Drogengebrauch am Steuer

  •    16 Strafmandate gegen Drogendealer

  •   47 Personen regelten einen Verstoß gegen das Drogengesetz vor Ort mit der Polizei

  •   1 zerstörtes Rübenfeld - ca. 2.000 € Unkosten für eine neue Saat

  •   Lachgas, Musikanlagen, Bühnenelemente und andere Utensilien wurden beschlagnahmt

  •   9 Raver wurden in Krankenhäuser gebracht, weil sie unter Drogen- und Alkoholeinfluss kollabierten

Der Flyer zur Rave

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