Um gegen das gerichtlich verordnete Verbot von Blockaden vor Geschäften oder Vertriebszentren der belgischen Warenhauskette Delhaize zu protestieren, haben Aktivisten der Belegschaft in der Nacht zum Donnerstag Motoröl vor 5 Filialen in Brüssel ausgekippt. „Wenn die Streiks verboten werden, dann werden die Eingänge unbrauchbar gemacht“, so die Reaktion der Aktivisten dazu. Vor dem Delhaize-Vertriebszentrum in Zellik bei Brüssel wurden am Donnerstag gleich zweimal Blockaden der Gewerkschaften von Gerichtsvollziehern aufgehoben.
Sozialkonflikt bei Delhaize: Aktivisten kippen Motoröl vor einigen Brüsseler Filialen aus
In der Nacht zum Donnerstag haben Aktivisten des Kollektivs „dHELLaize“ Motoröl vor den Delhaize-Filialen Chazal, Hankar, Molière, Fort Jaco und De Fré in Brüssel ausgeschüttet, um arbeitswilligen Kollegen und Kunden den Zutritt zu den Geschäften zu erschweren.
Die Aktivisten gehen so vor, um gegen das gerichtlich verordnete Verbot von Streikposten vor Geschäften oder Vertriebszentren von Delhaize zu protestieren, dass die Direktion der Warenhausgruppe am 19. April erwirkte.
„Wir verurteilen die Justiz dafür, dass sie sich für die Seite des Multinational Ahold Delhaize entscheidet, in dem sie frontal das Streikrecht angreift. Wenn die Streiks verboten werden, dann werden die Eingänge unbrauchbar gemacht“, so die Erklärung der Aktivisten für diese Vorgehensweise.
Die Delhaize-Gruppe will ihre 128 selbstbetriebenen Filialen in Blgien an Franchisenehmer abgeben, doch die Gewerkschaften fordern, diesen Plan zurückzuziehen. Sie befürchten, dass die dort Beschäftigten danach weniger verdienen und unter schlechteren Arbeitsbedingungen tätig werden müssen. Inzwischen werden in Flandern kaum noch Filialen bestreikt, doch in der Wallonie und in Brüssel ist die Streikbereitschaft weiter groß.
Am kommenden Dienstag soll es zu einer weiteren Verhandlungsrunde kommen, nach dem zwei Schlichtungsversuche gescheitert waren. Beide Seiten, Direktion und Gewerkschaften, weichen derzeit keinen Millimeter von ihren Standpunkten ab.
Blockade des Vertriebszentrums Zellik aufgehoben, aber nicht für lange…
Am Donnerstagmorgen hob ein Gerichtsvollzieher die Blockade des Delhaize-Vertriebszentrums in Zellik (Flämisch-Brabant, nördlich von Brüssel) auf. Der Gerichtsvollzieher wurde dabei von Beamten der Lokalpolizei begleitet, die mit schwerem Gerät anrückten (Foto unten).
Streikposten hatten seit Mittwochnachmittag eine sogenannte „Filterblockade“ eingerichtet, bei der sie pro Viertelstunde nur einen Lastwagen durchließen. Dies betraf sowohl Lieferungen von Waren an Delhaize, als auch die Versorgung von Filialen.
Gegen 15 Uhr am Donnerstagnachmittag tauchten allerdings wieder protestierende Gewerkschaftler in Zellik vor dem Vertriebslager auf und installierten erneut eine Filterblockade. Nur eine Viertelstunde später erschien auch wieder ein Gerichtsvollzieher, der dafür sorgte, dass wieder alle Lastwagen auf das Gelände oder wieder hinausfahren konnten.


