In Kortrijk (Westflandern) sind die Pläne für den neuen Bahnhof und für die Umgestaltung dessen Umfeldes vorgestellt worden. Auffallend ist, dass das Bahnhofsgebäude bzw. die Schalterhalle unter die Gleise verlegt werden. Über die Gleise soll eine bogenförmige Bahnsteighalle aus Holz und Kunststoff gespannt werden. Die belgische Bahngesellschaft NMBS und die Stadt Kortrijk wollen, dass hier ein Bahnhof der Zukunft entsteht, mit mehr Zügen, mehr Reisenden und mehr Komfort. Damit scheint es keine Zukunft mehr für das historische Bahnhofsgebäude zu geben, für dessen Erhaltung sich Denkmalschützer einsetzen.
So soll der neue Bahnhof von Kortrijk aussehen, falls die alte Station tatsächlich abgerissen wird
Vor einigen Tagen teilte Flanderns Kulturerbeminister Matthias Diependaele (N-VA) mit, dass das in Nachkriegsarchitektur errichtete alte Bahnhofsgebäude von Kortrijk nicht unter Denkmalschutz gestellt wird (siehe nebenstehenden Beitrag).
Denkmalschützer sind der Ansicht, dass dieses Gebäude ein bedeutendes Beispiel für die Nachkriegsarchitektur und für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg sei. Doch nur kurz danach stellten Stadt und Bahn das Neubauprojekt vor.
Die Arbeiten dazu sollen in den kommenden zwei Jahren beginnen und in etwa 10 Jahren abgeschlossen werden. Sowohl der Bahnhof, als auch sein Umfeld werden völlig neu gestaltet.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Der neue Bahnhof von Kortrijk wird keins traditionelle Station mit einem großen Empfangsgebäude sein. Die Empfangs- und Schalterhalle wird unter die Gleise verlegt und ist erreichbar über einen 19 Meter breiten „Boulevard“. Hier werden auch Radwege vorgesehen.
Dieser „Boulevard“ endet erst hinter dem Bahnhof. Das bedeutet auch, dass Fußgänger und Radfahrer keine große Straßen mehr überqueren müssen, wenn sie zum Bahnhof gehen oder in die Ortsteile an der anderen Seite der Gleise. Die Baukosten für den neuen Bahnhof von Kortrijk werden auf etwa 89 Mio. € geschätzt.

