Die belgische Post, Bpost, ist nicht erst seit möglichen illegalen Preisabsprachen bei der Vertragsvergabe für die Zeitungszustellung in den negativen Schlagzeilen. Jetzt folgen Meldungen zu möglichen weiteren Unregelmäßigkeiten bei der Vertragsvergabe. Prompt verlor die Bpost-Aktie an der Brüsseler Börse am Dienstagmorgen 20 % ihres Wertes.
Belgiens Post in der Klemme: Meldungen zu weiteren Unregelmäßigkeiten lassen die Bpost-Aktie crashen
Letztes Jahr wurde bekannt, dass die belgische Post möglicherweise verbotene Preisansprachen mit Unternehmen und Verlagen verabredete, als es um die Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften ging. Danach mussten ein Geschäftsführer und zwei Direktoren gehen, die damit gegen intern geltende Richtlinien verstoßen hatten.
Bei der danach erfolgten Überprüfung wurde deutlich, dass auch zu hohe Gewinne bei anderen Verträgen gemacht wurden, die Bpost mit privaten Unternehmen aber auch mit Behörden geschlossen hat. Das interne Audit ergab, brachte zutage, dass die Gewinnmarge bei staatlichen Aufträgen durch illegale Absprachen vielleicht sogar gegen belgisches Gesetz verstoßen. Damit hätten die nicht näher präzisierten Vorgänge möglicherweise sogar strafrechtliche Folgen.
Falls dies zutreffe, so die auch für die Post zuständige Bundesministerin für den öffentlichen Dienst, Petra De Sutter (Groen), dann müsse Bpost die damit erzielten Summen zurückerstatten. Schon jetzt sei davon auszugehen, dass die belgische Post dieses Jahr zwischen 25 und 50 Mio. € weniger Gewinn einfahren wird. Diese Meldung führte am Dienstagmorgen bei der Eröffnung des Börsenhandels in Brüssel dazu, dass die Bpost-Aktie um rund 20 % ihres Wertes nach unten sackte.

