Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) und der iranische Präsident Ebrahim Raissi sind übereingekommen, dass die gemeinsam verabredeten Abkommen auf juristischer Ebene beschleunigt umgesetzt werden, wie das iranische Pressebüro Irna Ende der vergangenen Woche meldete. Beide Parteien hatten miteinander telefoniert.
Belgien stellt Antrag auf Überstellung beim Iran - Neue Hoffnung für Oliver Vandecasteele?
Bei einem Telefonat zwischen De Croo und Raissi deutete sich an, „dass beide Parteien die Mittel fanden, um die Abkommen zwischen beiden Ländern schneller auszuführen“, war dazu auf der französischsprachigen Webseite von Irna zu lesen.
Beim Kabinett des Premierministers in Brüssel wurde bestätigt, dass bei diesem Telefonat auch über Olivier Vandecasteele, dem früheren belgischen NGO-Mitarbeiter, der seit 14 Monaten unschuldig und unter menschenunwürdigen Umständen in einer iranischen Zelle sitzt, gesprochen wurde.
Das Abkommen zwischen Belgien und dem Iran zum Austausch von Gefangenen, dass am Dienstag in der vergangenen Woche offiziell in Kraft getreten ist, könnte es möglich machen, Vandecasteele gegen den in Belgien zu 20 Jahren Haft verurteilten iranischen Diplomaten Assadollah Assadi auszutauschen. Dieser war vor einigen Jahren in Antwerpen wegen der Planung eines Terroranschlags auf Exil-Iraner in der Nähe von Paris verurteilt worden.
Lange haben sich Exil-Iraner auch auf juristischem Wege gegen diesen Gefangenenaustausch gewehrt, denn sie wollen, dass Assadi wegen des durch Belgien vereitelten Anschlags auf sie in Haft bleibt. Sie befürchten zudem, dass er Diplomat im Iran wie ein Held begrüßt werden wird.

