Der ehemalige NGO-Mitarbeiter Olivier Vandecasteele (Foto) aus Belgien, der seit 14 Monaten im Iran inhaftiert ist, wurde offenbar ins berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran verlegt. Seine Familie lässt unterdessen wissen, dass es Vandecasteele gesundheitlich sehr schlecht gehe. Inzwischen ist das Gesetz zum Austausch von Gefangenen zwischen Belgien und dem Iran in Kraft getreten und Belgien hat seine Überstellung inzwischen offiziell beantragt. Ist das die letzte Chance für den Belgier?
Ernste Sorgen um Olivier Vandecasteele, der in Teheran ins berüchtigte Erin-Gefängnis verlegt wurde - Belgien beantragt dessen Überstellung
Olivier Vandecasteele wurde am 24. Februar 2022 von den iranischen Behörden festgenommen und in einem Scheinprozess zu 40 Jahren Haft und 74 Peitschenhieben wegen „Spionage“ verurteilt. Vor 10 Tagen wurde er ins berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran verlegt. Familie und Freunde von Vandecasteele machen sich inzwischen auch große Sorgen zu dessen Gesundheitszustand.
Olivier Van Steirtegem, der Sprecher der Familie, konnte kürzlich 10 Minuten lang mit ihm telefonieren: „Psychologisch geht es ihm sehr schlecht nach 14 Monaten Einzelhaft. Überdies hat er unerträgliche Schmerzen an Muskeln und Nerven in den Beinen. Er kann nicht aufrecht stehen und kaum noch schlafen. Wir wissen aber nicht, was wirklich vorliegt, denn er wird nicht behandelt und wir bekommen keine weiteren Informationen.“
Zudem soll er nicht genug zu essen bekommen, was seiner Gesundheit auch nicht förderlich sei.
"Iran Deal"
An diesem Dienstag (18. April) tritt das Gesetz zum Gefangenenaustausch zwischen Belgien und dem Iran in Kraft, das lange von Auslandsiraner bekämpft wurde - bis hin zu einem Verfahren vor dem belgischen Verfassungshof. Dieses Gesetz könnte auf juristischem Wege ermöglichen, dass Vandecasteele ausgetauscht werden könnte, so dessen Familie. Belgien hat inzwischen offiziell die Überstellung von Vandecasteele beantragt.
Ein mögliches Datum steht noch nicht fest und Freunde und Familie befürchten, dass er weiter Spielball zwischen zwei Ländern bleibt. Der Iran will einen in Belgien wegen der Planung eines allerdings vereitelten Bombenanschlags auf Auslandsiraner in Paris verurteilten „Diplomaten“ freibekommen. Noch immer lautet die Frage, ob dieser Fall mit der Verurteilung und der Haft von Olivier Vandecasteele in Zusammenhang steht (siehe nebenstehenden Beitrag).

