Am Mittwochabend fand eine stille Gedenkfeier für Raul statt, der neunjährige Jungen rumänischer Herkunft, dessen Leiche am vergangenen Donnerstag im Hafenviertel Houtdok in Gent gefunden wurde. Raul war mehr als zwei Monate verschwunden. Dreihundert Menschen waren im Houtdok mit Papierblumen anwesend. Auch der Genter Gemeinderat, der die Versammlung initiiert hatte, war anwesend. Bürgermeister Mathias De Clercq sagte VRT NWS, dass die Stadt ein dauerhaftes Andenken an den Jungen errichten wolle.
Die Stadt Gent will ein Andenken an den neunjährigen Raul, der Opfer häuslicher Gewalt wurde
Die Leiche des kleinen rumänischen Jungen war am Donnerstag, den 13. April, aus dem Hafenviertel von Gent geborgen worden. Der Junge steckte in einer Sporttasche und wurde angeblich Ende Januar ins Wasser geworfen. Rauls Verschwinden wurde nicht gemeldet, bis besorgte Verwandte in Deutschland die Behörden alarmierten. Die 34-jährige Mutter der Familie wurde festgenommen. Sie wird unter anderem der fahrlässigen Tötung verdächtigt.
Der ehemalige Lebensgefährte der Mutter wurde am Freitag in den Niederlanden festgenommen und soll nächste Woche an Belgien überstellt werden.
Die Staatsanwaltschaft von Ostflandern gibt keine weiteren Einzelheiten bekannt, da sie auf die Auslieferung des Mannes und die Autopsie der Leiche wartet.
Der Tod des kleinen Jungen und sein Schicksal hat viele Menschen in Gent erschüttert
Beim Gedenken an Raul am Mittwochabend kündigte der Bürgermeister an, dass im Stadtteil Houtdok eine Stele zu Ehren des kleinen Jungen errichtet werden soll. "Wir werden diese Frage mit der Familie besprechen. Wir wollen die Botschaft vermitteln, dass Raul niemals vergessen werden darf. Wir können uns nicht damit abfinden, dass Kinder missbraucht und getötet werden. Die gerichtliche Untersuchung wird gründlich durchgeführt und ich habe vollstes Vertrauen in die Arbeit der Ermittler. Es wird notwendig sein, aus diesem Fall Schlussfolgerungen zu ziehen, damit sich solche Taten nie wieder ereignen.”
Die Familie des Jungen war bei der Kundgebung anwesend. Außerdem wurden Blumen, Kerzen, Plüschtiere und Karten vor dem Kai des alten Genter Hafens niedergelegt.

