Seit Corona und seit dem neuen Trend zum Homeoffice werden auch in der Brüsseler Hauptstadt-Region viele Büros überflüssig. Inzwischen sorgt diese Entwicklung dafür, dass dies vielleicht eine Möglichkeit bietet, aus dem zu knappen Wohnungsangebot und dem akuten Mangel an Sozialwohnungen herauszukommen. Bürogebäude haben zwei Vorteile für mögliche Bewohner: Zum einen liegen sie meist recht zentral und zum anderen bieten sie bezahlbaren Wohnraum. Und in den Augen vieler Interessenten sind solche trendigen Wohnungen auch noch cool…
In Brüssel kosten Mieten von aus Büros umgebauten Wohnungen nur etwa ein Drittel von dem, was man normalerweise an Miete für eine Wohnung in einem neugebauten Appartementhaus hinblättern müsste.
Doch neben dem Mietpreis ist auch die Lage von solchen Adressen recht interessant, besonders in Brüssel. Sie liegen zumeist in vortrefflicher Verkehrslage, wenn man z.B. keinen eigenen Wagen hat und auf öffentliche Verkehrsmittel setzt.
Aktuell wird der Leerstand bei Bürogebäuden in der Brüsseler Region mit rund 21 Millionen Quadratmetern beziffert. Das birgt natürlich Möglichkeiten. Vielleicht deutet sich hier ein Trend an, der ähnlich den „coolen“ Wohnräumen und Lofts in ausgedienten Industriegebäuden ist.
Heutige Standards - Sozialer Wohnungsbau
Bei den derzeit leerstehenden Bürogebäuden handelt es sich zum einen um einige recht neue und moderne Turmbauten, doch in erster Linie betrifft dies „Altbauten“ aus den 1950er bis 1970er Jahren. Diese allerdings entsprechen kaum noch heutigen Energiestandards. Das muss natürlich angepasst werden. Nachhaltig ist eine Umwandlung von Büros in Wohnungen allemal, denn hier sind Umbauten aufgrund vorhandener baulicher Infrastruktur wesentlich günstiger als Abriss und Neubau.
Wohnungen in ehemaligen Bürogebäuden können Lösungen für den auch in Brüssel akuten Mangel an Sozialwohnungen bieten. In der Hauptstadt-Region steht eine Warteliste für solche Wohnungen mit rund 50.000 Anwärtern etwa 500 entsprechenden Neubauten entgegen. Inzwischen sind der soziale Wohnungsbau und die entsprechenden Gesellschaften denn auch auf diese Möglichkeiten aufmerksam geworden. Dabei hilft auch die regionale Gesetzgebung: In Brüssel müssen 25 % der dahingehenden Sanierungs- und Umbauprojekte Sozialwohnungen beinhalten.

