Rund eine halbe Million Quadratmeter Bürofläche in Gebäuden, die den belgischen Bundesbehörden gehören oder von ihnen angemietet sind, stehen derzeit leer. 887 Gebäude, fast alle in Brüssel, werden von der Bundesregierung genutzt, um Ministerien und föderale öffentliche Dienste unterzubringen. Aber bei weitem nicht alle Räume in diesen Gebäuden werden genutzt.
500.000 m² Bürofläche der belgischen Bundesbehörden stehen trotz hoher Mietkosten leer
Die Tageszeitungen 'Het Nieuwsblad' und 'Gazet van Antwerpen' berichten in ihrer Montagsausgabe, dass von den 500.000 m² Bürofläche, die derzeit leer stehen, etwa 100.000 m² von der Bundesregierung bei privaten Vermietern angemietet werden.
Das Eurobahnhofsgebäude in der Nähe des Brüsseler Südbahnhofs (Foto oben, unten rechts) ist ein Paradebeispiel dafür, dass die Bundesbehörden Miete für Büroflächen zahlen, die nicht genutzt werden. Von den 77.000 m² Nutzfläche des Gebäudes ist derzeit nur die Hälfte belegt. Und das, obwohl die Bundesbaudirektion 1,4 Millionen Euro/Monat für die Miete des gesamten Gebäudes zahlt. Sie mietet das Gebäude seit 2005 und hat mit den Eigentümern des Eurobahnhofgebäudes einen Mietvertrag, der noch bis 2035 läuft.
Die Bundesbaudirektion zahlt jährlich insgesamt rund 450 Millionen Euro Miete an private Vermieter für die Anmietung von Gebäuden, in denen öffentliche Dienste des Bundes untergebracht sind.
"Geld zum Fenster hinausgeworfen"
Es war der flämische christdemokratische Abgeordnete Franky Demon, der die Zahlen vom zuständigen Staatssekretär Mathieu Michel (frankophone Liberale) erhielt. Demon sagte vor Journalisten, dies sei "Geld zum Fenster hinausgeworfen" und "kein Beispiel für gute Regierungsführung".
Er stellte weiter fest, Michel habe in seiner Regierungserklärung versprochen, Maßnahmen zu ergreifen, um die von den Bundesbehörden genutzten Gebäude besser zu verwalten, und dass er bei der Bewertung des Bedarfs an Büroflächen die Zunahme der Heimarbeit seit der Corona-Pandemie berücksichtigen werde.
Laut Michel wird die von den Bundesbehörden genutzte Bürofläche bis 2020 bereits von 7,8 auf 6,8 Millionen Quadratmeter sinken. Ziel sei es, diese Fläche bis 2030 um eine weitere Million zu reduzieren und so 37 Millionen Euro pro Jahr einzusparen.
