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Rückkehr des Wolfes kostet flämische Regierung seit 2018 schon fast 2,8 Millionen Euro

Mit dem Geld wurden wolfssichere Zäune, die Ausrüstung zur Überwachung der Wölfe und die Wiedergutmachung der von ihnen verursachten Schäden finanziert. Voraussichtlich wird dieser Betrag in den kommenden Jahren noch erheblich steigen. Bisher haben die Wölfe hierzulande schon 480 Tiere gerissen.

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Im Jahr 2018 findet der Wolf nach fast 100 Jahren Abwesenheit seinen Weg über Deutschland nach Flandern und versteckt sich auf dem Militärgelände von Houthalen-Helchteren in Limburg. Mit Erfolg, denn bereits Ende letzten Jahres lebte dort ein Rudel von 13 Wölfen. Diese Wölfe zeigen sich nun immer öfters. In selbst gedrehten Videos laufen sie an Häusern und in Gärten vorbei oder überqueren vorsichtig die Straße. Das sorgt regelmäßig für einzigartige Bilder.

Wölfe sind in Europa geschützte Tiere. Sie haben das Recht, sich dort niederzulassen, wo sie wollen. Behörden sind seitdem verpflichtet, Bürgern zu helfen, sich so gut wie möglich vor dem Wolf zu schützen.

Wolfssichere Zäune

Deshalb vergibt die flämische Regierung Zuschüsse für die Errichtung von wolfssicheren Zäunen. Das ist ein Zaun, den Wölfe nicht passieren können. Privatpersonen können bis zu 90 Prozent der Kosten für den Umbau ihrer bestehenden Viehzäune erstattet bekommen. Außerdem haben sie Anspruch auf einen Unterhaltszuschuss von 4,50 Euro pro Quadratmeter.

Es gibt also genügend finanzielle Hilfen um einen solchen Zaun zu errichten. Dennoch zögern viele Menschen, weil sie den Betrag erst einmal vorstrecken müssen. Außerdem beklagen sich viele über den Mehraufwand, der mit einem solchen Zaun verbunden ist. Ein Zaun ist nur so stark wie sein schwächstes Glied, und ein kleiner Defekt kann schon dazu führen, dass er nicht mehr wolfssicher ist.

Zwischen 2019 und 2022 haben bereits 336 private Nutztierhalter wolfssichere Zäune aufgestellt. Das Amt für Natur und Forsten hat für diese Zäune Zuschüsse in Höhe von über 700.000 Euro ausgezahlt.

Nach Angaben von Experten des Instituts für Natur- und Waldforschung (INBO) und Fachleuten des Wolf Fencing Teams (WFT), der gemeinnützigen Organisation, die Menschen in Sachen Zäune berät und bei der Installation hilft, gibt es 4.000 Nutztierhalter, die einen wolfssicheren Zaun brauchen könnten. Von diesen 4.000 Nutztierhaltern haben aber erst etwa 10 Prozent schon einen solchen Zaun installiert.

Das Wolf Fencing Team hatte noch mehr als 1.000 Anträge laufen. "Der Wille ist da", sagt Diemer Vercaiyie vom WFT. In den kommenden Jahren werden also noch viele weitere Zäune errichtet werden, und die Subventionskosten werden noch weiter steigen. In der Zwischenzeit haben die Wölfe auf vielen Weiden aber immer noch freie Bahn.

Entschädigung für fast 500 tote Tiere

In den vergangenen fünf Jahren haben Wölfe vor allem auf Weiden ohne wolfssichere Zäune Schäden verursacht. Die Agentur für Natur und Wälder (ANB) registriert die verschiedenen Schadensfälle genau. Die Zahlen bis Ende 2022 zeigen, dass der Wolf mindestens 220 Schäden verursacht hat. Insgesamt wurden bei diesen Attacken etwa 480 Tiere getötet.

Die entnommenen DNA-Proben werden im Labor untersucht. Bei 480 der getöteten Tiere wurde eindeutig der Wolf als Täter ermittelt. All diese DNA-Tests kosten auch Geld. Die Feststellung des Schadens, die Entnahme der DNA und deren Analyse haben die flämische Regierung bisher fast 150.000 Euro gekostet.

Wer ein Tier durch den Wolf verloren hat, hat Anspruch auf Entschädigung. Egal, ob die Tiere hinter einem wolfssicheren Zaun standen oder nicht. Hierfür wurden ebenfalls schon  insgesamt fast 110.000 Euro Entschädigung ausgezahlt.

Überwachung und Einzäunung

Schließlich werden auch Kameras und andere Geräte zur Überwachung des Rudels finanziert. Es wurden Geräte im Wert von fast 38.000 € in Hochrisikogebieten aufgestellt. Dazu gehören Nordlimburg und die Noorderkempen in der Provinz Antwerpen. Gleichzeitig hat die flämische Regierung knapp 45.000 Euro für Informationskampagnen rund um den Wolf bereitgestellt, um die Menschen auf die Rückkehr des Wolfes vorzubereiten und sie darüber zu informieren, was die Wiederansiedlung des Wolfes konkret für sie bedeutet.

Der Wolf verursacht nicht nur Opfer. Das Tier selbst wird regelmäßig Opfer unseres Straßenverkehres. Und da sich die Rückkehr des Wolfes positiv auf unsere Tierwelt auswirkt, hat unsere Regierung die Pflicht, auch ihn zu schützen. Aus diesem Grund wurden bereits zwei Straßen eingezäunt, um Wölfe und andere Wildtiere vor dem Schwerlastverkehr zu schützen. 1.700.000 Euro wurden dafür ausgegeben.

Wie viele Wolfsangriffe hat es inzwischen gegeben?

In Limburg ist die Angst vor dem Wolf auch nach fünf Jahren noch nicht verflogen. Besonders gefährdete Tiere wie Ziegen, Schafe und Alpakas werden oft angegriffen. Aber auch größere Tiere haben in den letzten zwei Jahren mehr zu leiden gehabt.

Seit 2018 wurden alleine in der Provinz Limburg mehr als 150 Fälle von Wolfsschäden gemeldet, um eine Entschädigung zu erhalten. Die meisten Meldungen betreffen mehr als ein Tier.

Oft überleben Tiere wie Schafe und Ponys einen Wolfsangriff, sind aber so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden müssen. Das ist dann eine Aufgabe für den örtlichen Tierarzt, wie Hans Hoydonkx. Hoydonkx bewahrt sorgfältig Fotos von jedem Verletzungsfall auf. Auch er hat festgestellt, dass in letzter Zeit immer mehr Ponys getötet werden. "Das war ein ziemlicher Schock, vor allem weil es anfangs hieß, sie stünden nicht auf der Speisekarte des Wolfes", sagt er.

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