‚Welkom Wolf/Landschap vzw‘, der Verein, der sich dem Schutz der belgischen Wolfspopulation verschrieben hat, droht mit einer Klage gegen die flämische Regierung, weil Flandern nicht genug für den Schutz der Wölfe unternehme. Der Anlass: Am Sonntagmorgen wurde ein junger Wolf auf der N74 in Hechtel-Eksel in Limburg angefahren und getötet. Die Ermittlungen müssen nun zeigen, ob es sich um eines der Jungtiere des in der Nähe lebenden Wolfsrudels handelt.
In Limburg kam ein Wolf im Straßenverkehr um. Verein ‚Welkom Wolf' droht mit Klage gegen flämische Regierung
Durch eine Autopsie und eine DNA-Analyse kann festgestellt werden, wie alt das Tier war. "Aber es ist wahrscheinlich ein Jungtier aus dem Hechtel-Eksel-Rudel", sagte Jan Loos von ‚Welkom Wolf/Landschap vzw‘. "Jungtiere sind jetzt 7-8 Monate alt und haben die wenigste Erfahrung mit dem Überqueren von Straßen, daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich tatsächlich um ein solches Jungtier handelt."
Im Gespräch mit VRT NWS kann Jan Loos seine Frustration nur schwer verbergen und fordert ein Eingreifen der Regierung. Laut Loos gibt es billige und einfache Lösungen, um zu verhindern, dass Wölfe überfahren werden, beispielsweise Öko-Gitter am Straßenrand, an denen Wölfe nicht vorbeikommen. Diese können die Tiere dann zu verkehrsärmeren Straßen und Brücken leiten, wo sie die Straße sicherer überqueren können.
"Aber es gab noch nicht einmal einen Vorstoß in diese Richtung", sagt Loos. Er will es dabei nicht bewenden lassen: "Wenn Flandern nicht schnell Maßnahmen ergreift, wird es ein Gerichtsverfahren geben.“
"Die Regierung hat die Pflicht, Wölfe zu schützen"
"Der Wolf ist eine in Europa geschützte Tierart", so Loos weiter. "Sowohl die Bürger als auch die Regierungen haben die Pflicht, diese Art zu schützen. Wenn dann insbesondere die Regierung versagt, indem sie die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt der Wölfe nicht ergreift, bleibt uns nichts anderes übrig, als vor Gericht zu gehen, um dies durchzusetzen."
Loos nennt den Fall einen "Musterfall" für den europäischen Artenschutz, sollte es zu einem Prozess kommen. Das erste Verkehrsopfer in der Wolfspopulation war Wolf Roger in Opoeteren im März 2018.

