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Inland
Wirtschaft

Für jeden der 128 zu verkaufenden Delhaize-Märkte mindestens ein Übernahme-Kandidat

In einer internen Mitteilung an das Personal hat die Direktion der belgischen Supermarktkette Delhaize bekanntgegeben, dass sich für jeden der 128 Filialen, die abgestoßen werden sollen, mindestens ein Übernahmekandidat gemeldet hat. Bei der Mehrheit der Märkte soll es sogar zwei oder mehrere Kandidaten geben, wie unsere frankophonen Kollegen der RTBF und die Presseagentur Belga dazu melden.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Seit Delhaize Anfang des Monats angekündigt hat, alle 128 noch selbst betriebene Filialen an Franchisenehmer abgeben zu wollen, wütet bei der Warenhauskette ein erbitterter Sozialkonflikt, denn die Gewerkschaften befürchten, dass das Personal danach trotz garantierter Übernahme unter schlechteren Arbeits- und Lohnbedingungen weiterbeschäftigt wird. Sie fordern, dass Delhaize dieses Vorhaben zurückzieht. Trotz zahlreicher bestreikter Märkte bleiben die Fronten verhärtet und einige Gesprächsrunden wurden nach nur kurzer Zeit ergebnislos abgebrochen. Inzwischen bestellte die belgische Bundesregierung einen Schlichter, um hier zu vermitteln.

Unterschiedliche Profile bei den Kandidaten

Vor diesem Hintergrund arbeitet Delhaize weiter an der Verselbständigung der Märkte und teilt in diesem Zusammenhang seinem Personal brieflich mit, dass zahlreiche Kandidaten „spontan ihr Interesse an der Übernahme eines oder mehrerer Filialen bekundet haben.“ 

Dabei würde es drei unterschiedliche Profile geben: Mitarbeiter von Filialen (41 %), heutige Filialleiter oder Geschäftsführer (44 %) und mögliche neue Franchisenehmer (15 %). Letztere umschreibt das Delhaize-Management als „echte Unternehmer, die eine Passion für Delhaize haben sowie für deren Mitarbeiter und Kunden.“ In dem Schreiben an die Mitarbeiter heißt es weiter, dass die Gruppe den Übernahmekandidaten „ihre vollständige Unterstützung bietet, damit der Übergang sicher vollzogen werden kann.“

Delhaize sieht Zeiträume für die Vorbereitung und die tatsächliche Übernahme von 6 bis 12 Wochen vor, je nach Profil des Franchisenehmers. Die Warenhausgruppe sieht auch mögliche Weiter- und Ausbildungen vor, z.B. im technischen oder im IT-Bereich. Allerdings werden im Zuge dessen Arbeitsplätze in der Verwaltung der Gruppe wegfallen. 280 Beschäftigte am Hauptsitz von Delhaize in Zellik in Flämisch-Brabant bei Brüssel werden ihren Job verlieren, während 72 neue Stellen mit neuen Anforderungen geschaffen werden. 

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