Die Brüsseler Obdachlosen-Organisation Samusocial, die Bürgerplattform BelRefugees und das frankophone Rote Kreuz von Belgien eröffnen in Anderlecht ein Aufnahmezentrum für Asylsucher, die derzeit noch in Molenbeek in improvisierten Zeltlagern schlafen müssen. Die meisten der Betroffenen haben eigentlich ein gesetzliches Anrecht auf „Bett, Bad und Brot“ durch die staatliche Einwanderungsbehörde Fedasil in Belgien. Das Zentrum bietet 140 Personen ein Dach über dem Kopf.
Unterkunft für Asylsucher in Brüssel, die derzeit noch in Zelten schlafen müssen
Nach der chaotischen Räumung des von Flüchtlingen und Asylsuchern besetzten Bürogebäudes in der Paleizenstraat in Schaarbeek letzte Woche standen plötzlich rund 150 Asylsucher auf der Straße.
Diese bezogen daraufhin Zelte an der Gemeindegrenze zwischen Brüssel Stadt und Molenbeek am Kanal. Das bedeutet, dass sich dort inzwischen rund 200 Personen in dem Zeltlager aufhalten, denen die staatlichen Behörden trotz gesetzlicher Verpflichtung keine Unterkunft bieten können.
Vereinzelt wurden inzwischen Asylsucher, deren Verfahren zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung oder zu einem Flüchtlingsstatus läuft, in Hotels untergebracht, was jedoch politisch umstritten ist und was mit dem Hotelsektor nicht abgesprochen war.
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Jetzt haben Samusocial, BelRefugees und Croix Rouge de Belgique ein Gebäude in Anderlecht gefunden, das sie auf die Bedürfnisse der Flüchtlinge und Asylbewerber angepasst haben. In den kommenden drei Tagen werden die rund 140 zur Verfügung stehenden Aufnahmeplätze verteilt.
„Wir wollen, dass sich jeder sicher und gut fühlen kann. Wir möchten auch, dass jeder ein eigenes Zimmer bekommt,“ so Magali Pratte von Samusocial gegenüber VRT NWS.
Für die tägliche Verwaltung und den Betrieb ist BelRefugees zuständig und Samusocial kümmert sich um die Logistik. Das Rote Kreuz sorgt indessen für das medizinische Screening der Bewohner des Zentrums und für deren ärztliche Betreuung. Im Laufe der Zeit sollen die Betroffenen dann nach und nach in offizielle Wohnheime der Asylbehörde Fedasil umziehen.

