Der Brüsseler Hotelsektor sagt, dass es mit den Einwanderungsbehörden keine Einigung darüber gibt, derzeit obdachlose Asylsucher in Hotels unterzubringen. Seit der Räumung eines von Flüchtlingen besetzten Bürogebäudes in Schaarbeek müssen wieder viele Betroffene in Zeltlagern in Molenbeek übernachten (Fotos).
Aufnahme von Asylsuchern: Kein Abkommen mit dem Brüsseler Hotelsektor
Am Montag hieß es zeitweise, dass Asylsucher zeitlich befristet in Hotels in Brüssel untergebracht werden können, doch im Laufe des Tages wurde deutlich, dass daraus nichts werden würde. Busse, die die Betroffenen zu den Hotels bringen sollten, standen offenbar bereit, doch es waren keine Zimmer gebucht worden.
Dies war auch verwaltungstechnisch nicht möglich, denn der Hotelsektor fordert ein medizinisches Screening der Betroffenen. Zudem müssen sich die Behörden um die Mahlzeiten für in Hotels untergebrachten Asylsuchern kümmern und die Betroffenen müssen sich entweder mit ihren eigenen Papieren oder mit einer Aufenthaltsgenehmigung identifizieren können. Nicht zuletzt muss der Sektor eine Übersicht über die Lage bezüglich der weiteren Aufnahme- und Unterbringungsmöglichkeiten bekommen.
Das war in der vergangenen Woche der Fall, als einige der Bewohner des geräumten Bürogebäudes in Schaarbeek in Hotels in Sint-Pieters-Leeuw in Flämisch-Brabant gebracht wurden.
Doch in der vergangenen Nacht mussten wieder zahlreiche Asylsucher, denen keine Unterkunft angeboten werden konnte, in einem improvisierten Zeltlager in Molenbeek übernachten. Dieses befindet sich derzeit auf einer Brücke eines Radweges, auf der eigentlich viel Verkehr ist. Die Gemeindeverwaltung von Molenbeek fordert eine rasche Lösung des Problems von den staatlichen Behörden.
