An diesem Dienstag, 31. Januar, liefert der als Pannenmeiler bekannte Meiler Tihange 2 seinen letzten Strom. Am 1. Februar wird dieser Meiler aus dem gleichnamigen Kernkraftwerk in Huy bei Lüttich heruntergefahren und definitiv vom Netz genommen. Nach Doel 3 ist dies der zweite Meiler, der in Belgien im Zuge des Atomausstiegs abgeschaltet wird.
Aus für Tihange 2: Der Atommeiler liefert seinen letzten Strom
Tihange ist eine Teilgemeinde von Huy in der Provinz Lüttich. Das Kernkraftwerk von Tihange liegt direkt am Ufer der Maas. Das AKW entstand in den 1970er Jahren. Der Meiler Tihange 2 ist, wie der Name vermuten lässt, der zweite von insgesamt 3 Meilern in diesem Kraftwerk.
Tihange 2 produzierte Strom seit dem 1. Februar 1983. Nach dem belgischen Atomgesetz bzw. laut dem Atomausstiegsgesetzt, muss ein Kernreaktor nach 40 Jahren Betriebsdauer abgeschaltet werden und das ist am Mittwoch, 1. Februar 2023 für Tihange 2 der Fall. Das Gesetz zum Atomausstieg ist in Belgien noch immer in Kraft, auch wenn es im Zuge der Energiekrise zur Versorgungssicherheit zu Laufzeitverlängerungen von zwei Meilern gekommen ist. Für Tihange 2 wird das nicht der Fall sein, denn dieser Meiler ist einer der sogenannten „Pannenmeiler“.
In der stählernen Ummantelung des Meilers wurden Wasserstoffbläschen festgestellt, die für Haarrisse sorgten. Zudem gab es Probleme mit der Betonkonstruktion am Bunker um den Meiler. Aus diesem Grunde wird dieser Meiler wohl kaum eine Laufzeitverlängerung bekommen. Wenn Tihange 2 um Mitternacht heruntergefahren wird, ist das wohl definitiv. Dann beginnt aber ein jahrelanger Zyklus, um die Anlage rückzubauen.
Ab etwa 18 Uhr am Frühabend wird die Leistung sinken und es werden noch einige Tests durchgeführt, um die Zentrale letztendlich vom Netz abzukoppeln.“
Rikkert Wyckmans, Direktor des AKW Tihange
Rikkert Wyckmans, der Direktor des AKW Tihange, sagte am Dienstagmorgen gegenüber VRT NWS, dass die Abschaltung des „Pannenmeilers“ seit geraumer Zeit bereits vorbereitet wird: „Inzwischen laufen alle Vorbereitungen für den Stopp. Ab etwa 18 Uhr am Frühabend wird die Leistung sinken und es werden noch einige Tests durchgeführt, um die Zentrale letztendlich vom Netz abzukoppeln.“
Heute ist für das Personal des Kraftwerks mit Sicherheit ein besonderer Tag. Die Meiler werden zwecks Unterhaltsarbeiten jedes Jahr einmal heruntergefahren und vom Netz genommen, doch an diesem 31. Januar sind wesentlich mehr Mitarbeiter an diesem Prozess beteiligt, als in den vergangenen 40 Jahren.

