Derzeit fährt der NightJet zwischen der belgischen und der österreichischen Hauptstadt dreimal pro Woche. Doch ab Dezember 2023, wenn wieder ein neuer Fahrplan beginnt, will die österreichische Bahngesellschaft ÖBB, dass diese Nachtzüge jeden Tag fahren. Damit kommt weiter Bewegung in das Nachtzugangebot über das Eisenbahndrehkreuz Brüssel Süd/Midi, denn zum gleichen Zeitpunkt Ende des Jahres sollen auch Nachtzüge von hier aus über Amsterdam nach Berlin fahren.
Möglich ist dies auch, weil die ÖBB zu diesem Zeitpunkt über mehr entsprechendes Wagenmaterial verfügen kann. Die österreichische Bahn lässt gerade neue Schlaf- und NightJet-Wagen für ihre Züge von Wien nach Italien bauen. Das bedeutet, dass zusätzliche Waggons für die Züge von Wien nach Brüssel frei werden.
Alexander Gomme von der Interessengemeinschaft „Back on Track Belgium“ sagte gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ, dass dies eine gute Nachricht für mehr Nachtzüge in Europa sei: „In der Hochsaison stehen nicht genug Tickets für die Interessierten zur Verfügung. Das entmutigt und macht das Flugzeug interessanter. Durch mehr und regelmäßigere Angebote ist der Nachtzug eine vollwertige Option des öffentlichen Verkehrs.“
Hinzu kommt noch eine nächtliche Bahnverbindung zwischen Berlin und Paris, die allerdings Belgien nicht bedient. Doch es bietet sich hier eine Umsteigemöglichkeit in einen Hochgeschwindigkeitszug in Richtung Brüssel in Straßburg.
Eine weitere Möglichkeit sei, so Gomme, dass man in Mannheim Kurswagen aus Brüssel und Paris an die Züge nach Wien und Berlin anhängen könnte: „Das ist zwar noch keine direkte Verbindung, wie die von Paris über Brüssel nach Berlin und Moskau, die bis 2014 bestand, doch es zeigt, dass Brüssel weiter eine wichtige Bestimmung ist.“

