Die Polizeigewerkschaften fordern, dass die Regierung die getroffenen Vereinbarungen einhält, darunter eine Gehaltserhöhung für Polizeibeamte und eine günstige Vorruhestandsregelung. "Wir werden keine Blockade durchführen, aber es wird zu Behinderungen kommen", erklärten sie.
Aktionen der Polizeigewerkschaften sorgen für Störungen an den Flughäfen Zaventem und Charleroi
Um ihre Unzufriedenheit deutlich zu machen, führen die Polizeigewerkschaften mehrere Aktionen durch. So forderten sie die Beamten auf, vom 15. Dezember bis zum 15. Januar nach Möglichkeit keine Bußgelder für (geringfügige) Verkehrsverstöße zu verhängen. Am Dienstag gingen sie in Brüssel auf die Straße. Jetzt sind die Flughäfen an der Reihe.
Sowohl auf dem Flughafen Zaventem als auch auf dem Flughafen Charleroi versammeln sich die verschiedenen Gewerkschafte (VSOA, NSPV, ACV und ACOD). Etwa 200 Polizeibeamte werden sich bis 13 Uhr an der Aktion beteiligen. Obwohl die Gewerkschaften nicht zu einer Arbeitsniederlegung aufrufen, schließen die Flughäfen Verzögerungen, insbesondere bei der Ausweiskontrolle, nicht aus.
"Wir werden die Menschen nicht daran hindern, ihre Reiseziele zu erreichen, aber es wird zu Behinderungen kommen", sagte Carlo Medo von der Polizeigewerkschaft NSPV im Interview mit RT NWS. "Wir verstehen, dass dies für die Fluggäste nicht angenehm ist, aber wir wollen hier Präsenz zeigen und durch das Verteilen von Flugblättern den Menschen erklären, warum wir etwas unternehmen."
Unzufriedenheit über die Laufbahnpolitik
Die Gewerkschaften fordern von der Regierung die Einhaltung der getroffenen Vereinbarungen, einschließlich einer schon eher vereinbarten Gehaltserhöhung für Polizeibeamte. "Junge Menschen entscheiden sich nicht mehr für den Polizeiberuf. Allein auf dem Flughafen fehlen etwa 100 Beamte. Das liegt an der zunehmenden Gewalt gegen die Polizei, die nicht verhindert werden kann, aber auch an der unzureichenden Bezahlung. Wir verhandeln seit 20 Jahren über eine substanzielle Lohnerhöhung".
Medo stellt auch fest, dass die belgischen Regierung eine günstige Vorruhestandsregelung abschaffen will und das "entgegen allen Vereinbarungen". "Jetzt können einige Beamte mit 58 Jahren unter sehr strengen Auflagen ihren Dienst beenden", sagte er. Ab dem nächsten Jahr wird diese Regelung auslaufen, und ab 2030 wird das frühestmögliche Rentenalter 63 sein. Selbst diese Anpassung wurde nach Angaben der Gewerkschaften anders vereinbart. "Die Regierung hat ihr Wort gegenüber dem Polizeipersonal gebrochen", so Medo.

