Die Hackergruppe Play führt Antwerpen nicht mehr als eine der Organisationen auf, die sie gehackt hat. Das berichtet die Zeitung Gazet Van Antwerpen. Laut dem Experten Geert Baudewijns von der Firma Secutec könnte es aber sein, dass die Verhandlungen entweder noch laufen oder dass es eine Vereinbarung gibt und somit möglicherweise eine Zahlung erfolgt ist.
Hacker entfernen "Antwerpen" von der Website: entweder wird verhandelt oder die Stadt hat gezahlt
Die Stadt Antwerpen wurde vor anderthalb Wochen Opfer einer großen Cyberattacke, die viele elektronische Behördendienste zum Erliegen brachte. So war es nicht mehr möglich, Termine mit einer Behörde zu machen oder Websites von Museen, Bildungseinrichtungen und Bibliotheken zu besuchen.
Das Hackerkollektiv Play meldete kurz darauf auf seiner Website im Darkweb den Angriff auf die Computersysteme von Antwerpen an und erklärte, die Stadt habe bis zum 19. Dezember Zeit, ein Lösegeld zu zahlen. Erst dann würden die mehr als 500 Gigabyte an Daten über die Stadt und ihre Einwohner zurückgegeben.
Lösegeld oder Verhandlung?
Dass die Stadt nun nicht mehr auf der Website der Hacker erwähnt wird, kann laut dem Experten Geert Baudewijns von der Firma Secutec nur zweierlei bedeuten: "Entweder sind die Verhandlungen in vollem Gange oder die Stadt hat gezahlt. Ich bin selbst nicht an den Verhandlungen beteiligt, aber ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung als Verhandlungsführer berichten.”
Manchmal beträgt das Lösegeld, das ein Unternehmen zahlen muss, bis zu 10 Prozent des Umsatzes. "Aber für Gemeinden oder Städte kann das ganz anders aussehen. Dazu kann ich also nicht viel sagen."
"Play ist keine unbekannter Hackergruppe", weiß auch VRT NWS-Journalist Tim Verheyden. "Sie waren für große Cyberangriffe in den USA, Kanada, Bulgarien, der Schweiz und nun also auch für den Angriff auf die Stadt Antwerpen verantwortlich." Die Stadt hat bisher nicht öffentlich reagiert.

