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Justiz

Prozess um die Brüsseler Anschläge: nach Unterbrechung wieder begonnen - Angeklagter behauptet, die Polizei habe ihn gewürgt

Der Angeklagte Ali El Haddad Asufi ließ am Donnerstag durch seinen Anwalt mitteilen, dass er bei seiner Abholung aus dem Gefängnis in Haren von der Polizei gewürgt worden sei und anschließend das Bewusstsein verloren zu haben. 

Martina Luxen Belga
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"Ich habe noch nie einem Prozess beigewohnt, der unter solchen Bedingungen stattfindet", klagte Johan De Taye, Anwalt von Ali El Haddad Asufi und nannte die Behandlung seines Mandanten "eines totalitären Staates würdig". Er zog Parallelen zum irakischen Gefängnis Abu Ghraib, wo Amerikaner in den Jahren 2003 und 2004 zahlreiche Gefangene gefoltert hatten. 

Rechtsanwalt De Taye bat die Vorsitzende daher, die Anhörung zu unterbrechen, damit sein Mandant, der seit seiner Ankunft in der Box zusammengesunken da saß, von einem Gerichtsmediziner untersucht werden konnte. 

Am Vortag hatte Ali El Haddad Asufi erneut die Haft- und Transportbedingungen der Angeklagten angeprangert. Zusammen mit vier weiteren Angeklagten hatte er aus Protest den Gerichtssaal verlassen.  

Nachdem die Gerichtspräsidentin Laurence Massart den Angeklagten gefragt hatte, ob er körperlich in der Lage sei, vor Gericht zu erscheinen, und dieser dies verneinte, beschloss sie, die Verhandlung zu unterbrechen, bis Ali El Haddad Asufi tatsächlich von einem Gerichtsmediziner untersucht werden konnte. Dieser kam zu dem Schluss, dass Asufi aus medizinischer Sicht an der Anhörung teilnehmen könne. Daraufhin verließen die sieben Angeklagten den Verhandlungssaal und kehrten zurück in ihre Zellen. 

Seite 218 der Anklageschrift

Osama Krayem (links) ist für die Bombenexplosion in der Brüsseler U-Bahn verantwortlich.

Bundesstaatsanwalt Paule Somers hat die Verlesung der Anklageschrift im Prozess um die Anschläge vom 22. März 2016 am Donnerstagmittag wieder aufgenommen. Die Verlesung der fast 500 Seiten dicken Akte hatte am Dienstag begonnen. Am Donnerstagvormittag war der Staatsanwalt auf Seite 218 angelangt, in der Mitte des Kapitels über Osama Krayem. 

Am Mittwoch hatte Somers berichtet, wie der Schwede nach Syrien gegangen war und sich dort dem IS anschloss. Er stand über Facebook in regelmäßigem Kontakt mit seiner Familie und erzählte auch stolz, wie er auf Videos des IS zu sehen war. Für die belgischen Terrorzelle, so der Staatsanwalt, war Krayem ein Gewinn, weil er den Polizeikräften nicht bekannt war und sich daher freier bewegen konnte. Er soll unter anderem Material gekauft haben, das zur Herstellung von TATP verwendet werden kann, sagt aber, dass er in Belgien keinen Sprengstoff hergestellt habe. Die Staatsanwaltschaft widerspricht dem jedoch und behauptet, Krayem sei bei einem Brand während der Produktion von TATP verletzt worden. 

In seinen Verhören gab Krayem später an, dass er nicht nach Europa geschickt worden sei, um Anschläge zu planen, und dass er Mitgliedern der Terrorgruppe IS "zufällig" begegnet sei. Er sagte auch, dass er nach den Anschlägen von Paris nicht mehr zurückgekonnt hätte. 

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