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Inland
Justiz

Zu scharfe Sicherheitsbedingungen: Fünf Angeklagte beim Brüsseler Terrorprozess verlassen den Gerichtssaal

Fünf der Angeklagten, die im großen Brüsseler Terrorprozess vor Gericht stehen, haben am Mittwochmorgen kurz nach Beginn der Sitzung die Verhandlung verlassen. Sie protestieren damit gegen die scharfen Umstände, in denen sie jeden Tag zum „Justitia“-Gebäude gebracht werden und gegen die strengen Sicherheitsmaßahmen vor Ort.

Andreas Kockartz
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Schon am Montag gab es Proteste gegen die Umstände, in denen die Angeklagten von Gefängnis zum „Justitia“-Gebäude gebracht werden. Ihnen werden die Augen verbunden, sie müssen sich vor dem Transport offenbar zur Kontrolle jedes Mal entkleiden und sie müssen „unter satanischer Musik“ leiden, die in den Kopfhörern während der Transporte gespielt wird, so Mohammed Abrini. 

Jetzt verließen Mohamed Abrini, Osama Krayem, Salah Abdeslam, Sofien Ayari und Ali El Haddad Asufi den Gerichtssaal, um gegen diese und andere Umstände zu protestieren. Asuifi sagte dazu am Mittwochmorgen zu Prozessbeginn: „Ich will mich verteidigen, doch es gibt zu schwere Sicherheitsmaßnahmen. Man erniedrigt uns jeden Tag. Hier hängt sogar eine Kamera über der Toilette. Jeden Morgen muss ich mich vor drei Männern ausziehen. Das wiegt psychologisch schwer. Wir werden nicht auf individuelle Art und Weise angesehen. Ich fordere normale Umstände.“

Die Gerichtsvorsitzende Laurence Massart ist für die Transporte der Angeklagten nicht verantwortlich und letztendlich für nichts, was außerhalb des Sitzungssaals in Zusammenhang mit dem Prozess zu den Terroranschlägen von Brüssel am 22. März 2016 geschieht. Sie ließ aber wissen, dass sie Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) dazu einen Brief schreiben werde. Einige Anwälte der Angeklagten hatten bereits ein Schreiben an den Justizminister und an Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) geschickt. Doch die Antwort, die sie dazu am Mittwoch erhalten hätten, sei „nicht zufriedenstellend gewesen.“ 

Inzwischen haben sich schon 3 Geschworene aus medizinischen Gründen freistellen lassen - 2 Ersatzkandidaten und ein effiktives Mitglied der Jury. 

Die Anklageschrift

Inzwischen geht der Prozess mit der Verlesung der Anklageschrift weiter, ein rund 500 Seiten starkes Dokument, dass in der ersten Phase die Umstände der beiden Attentate auf den Flughafen in Zaventem und die Metrostation Maalbeek in Brüssel beschreibt.

Dabei geht es z.B. um die Opfer, „die nicht Ziel der Anschläge um ihrer selbst Willen waren, sondern weil sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren.“ Es geht auch um erste Beweise und um die Vorbereitung der Anschläge und um einen beschlagnahmten Computer, der „eine Goldmine für die Ermittler ist.“ Hier wurden unter anderem Audiofragmente entdeckt und auch Testamente der Selbstmordterroristen.  

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