Am Montag traf Flanderns Landesmedienminister Benjamin Dalle (CD&V) Vertreter der Gewerkschaften des flämischen Rundfunks VRT. Diese übergaben dem Minister eine Petition (Foto), in der darum gebeten wird, dass die VRT-Soap „Thuis“ („Zu Hause“) weiter im eigenen Haus produziert wird. Geplant ist, die Produktion einem externen Medienunternehmen zu übergeben. Dalle garantiert, dass die Mitarbeiter von „Thuis“ unter den gleichen Bedingungen weiterarbeiten können, wie bei ihrem bisherigen Arbeitgeber. Inzwischen wurde dem Transformationsplan bei der VRT zugestimmt. Das bedeutet auch, dass 68 Mitarbeiter entlassen werden.
68 Entlassungen: Reform- und Sparplan bei der VRT angenommen
Die Daily Soap "Thuis" soll im Zuge des sogenannten "Transformationsplans" beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Flanderns, VRT, an das private Medienunternehmen und Produktionshaus Eyeworks abgegeben werden, denn in unserem Hause soll keine eigene Fiktion mehr produziert werden.
Laut Landesmedienminister Dalle ist die Abgabe der Produktion mit seinen insgesamt 70 Mitarbeitern vor und hinter der Kamera an Eyeworks nicht mehr rückgängig zu machen, doch es können sehr wohl dafür gesorgt werden, dass das Team zu den gleichen Bedingungen weitermachen könne, wie bisher bei der VRT.
Die Gewerkschaften hatten dem Medienminister eine Petition mit 30.000 Unterschriften überreicht, mit der darum gebeten wird, "Thuis" beim flämischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu belassen.
"Transformationsplan"
Die Outsourcing von "Thuis" an ein externes Produktionshaus ist Teil des Reform- und Sparplans bei der VRT. Die VRT-Direktion muss in den kommenden drei Jahren 25 Mio. € einsparen, bei gleichzeitiger Anpassung des Rundfunks an die digitale Zukunft in der Medienlandschaft.
Das wird auf der einen Seite auch über Personalabbau geschehen, bei gleichzeitiger Neueinstellung von Mitarbeitern mit Profilen, die der digitalen Herausforderung entsprechen. Am Montag wurde der Plan ein letztes Mal von befugten Sektor-Ausschuss besprochen, bevor er dem VRT-Verwaltungsrat zur abschließenden Lesung vorgelegt wurde. Hier gab es denn erwartungsgemäß die Zustimmung. Diese zieht 68 direkte Entlassungen nach sich. Ursprünglich geplant war, dass es 116 Kündigungen geben soll, doch dies wurde im Rahmen von Sozialverhandlungen in diesem Maße vermieden.
Die Gewerkschaften forderten noch einmal gegenüber Medienminister Dalle, dass die flämische Landesregierung die Funktionsmittel für die VRT wieder an den Index (bzw. an die Lebenshaltungskosten) anpasst.
Inzwischen sind sich alle Beteiligten einig, dass es zu lange gedauert hat, bis es zu dieser Einigung kam. Seit Monaten, genauer seit April, war bekannt, dass es zu Entlassungen im Rahmen des Transformationsplans kommt, doch bis jetzt herrschte eine gespannte Atmosphäre im Hause VRT. Von Seiten des Verwaltungsrates hieß es dazu: "Dies beendet eine lange Zeit der Unsicherheit, die das Personal der VRT erleben musste."


