Belgien soll zu einem internationalen Knotenpunkt für Nacht- und Schlafwagenzüge werden und deshalb möchte Bundesverkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) Betreiber von Nachtzügen, die auch in Belgien halten, finanziell fördern. Die Regierung unterstützt Gilkinets Gesetzesvorschlag, der es ermöglichen soll, heutigen und zukünftigen Nachtzugunternehmen, die auch Belgien ansteuern, zu unterstützen.
Belgien will Betreiber von Nachtzügen, die an mindestens einem Bahnhof in unserem Land halten, finanziell fördern
Ab dem 1. Januar 2023 sollen alle Bahnunternehmen, die bis zum 31 Dezember 2024 Nachtzüge auch über Belgien fahren lassen, mit 2 Mio. € unterstützt werden. Damit sollen unter anderem die Bahntrassen-Nutzungsgebühren und der Stromverbrauch der Triebfahrzeuge finanziert werden.
Verkehrsminister Gilkinet begründet diese Maßnahme damit, dass Nacht- und Schlafwagenzüge weniger Gewinne generieren, als klassische Zugverbindungen. Doch diese Nachtzüge sind nicht zuletzt eine Alternative für die wenig umweltfreundlichen Flugverbindungen - insbesondere auf Kurzstrecken.
Derzeit fährt ein Nachtzug durch Belgien und das ist der Nightjet zwischen Brüssel Süd/Midi und Wien. Diese Verbindung hat sich inzwischen als recht beliebt und gut ausgelastet erwiesen und auf Basis dessen soll das Angebot von in der Nacht international fahrenden Zügen, die auch Belgien berühren, ausgebaut werden.
Belgien ist das erste Land in Europa, dass Nachtzüge subventioniert. Verkehrsminister Gilkinet möchte erreichen, dass unser Land zum internationalen Knotenpunkt für Nachtzüge wird, wie dies z.B. derzeit für den Hochgeschwindigkeitsverkehr der Fall ist. Allerdings ist das Betreiben von Nacht- und Schlafwagenzügen kein leichtes Unterfangen (siehe nebenstehenden Beitrag).
Aktuell planen private Bahnunternehmen von Brüssel aus Nachtzugverbindungen ins schwedische Malmö und ins tschechische Prag. Gilkinet will mit den hier beschriebenen Zuschüssen das Signal geben, dass diese unternehmen in Belgien sehr willkommen sind.

