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"NightJet" nach Wien in Brüssel Süd/Midi
Inland
Wirtschaft

Nachtzüge von und nach Brüssel? Das ist ein schwieriges Unterfangen

Schon lange träumt man davon, Brüssel zu einem internationalen Knotenpunkt für Nacht- und Schlafwagenzüge zu machen, doch bisher gibt es mit dem „NightJet“ von und nach Wien nur einen solchen Nachtzug, der die belgische Hauptstadt erreicht. Neue Verbindungen wurden und werden geplant und die Projekte wieder verschoben, dienn da gibt es viele Hindernisse zu überwinden. „Ohne Zuschüsse gelingen Nachtzüge nicht“, sagte Kees Smilde, Sprecher des belgischen Fahrgastverbandes ZugTramBus (TTB) gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu.

Andreas Kockartz
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Anfang 2020, also kurz vor Corona, legte der „NightJet“ zwischen Brüssel Süd/Midi und der österreichischen Hauptstadt Wien einen vielversprechenden Start hin und weil so viele Reisende hier Fahrten buchten, wurde die Zahl der Züge ausgebaut. Nach einer Coronapause von 8 Monaten legte der „NightJet“ wieder los und inzwischen sollte man gut 3 Monate vor Reiseantritt seine Fahrkarten buchen. Spontan reisen ist hier unmöglich, denn der Run auf die Schlafwagentickets ist ungebrochen.

An diesen Erfolg wollen sich einige Interessenten anhängen und ebenfalls Nachtzugverbindungen von und nach Brüssel anbieten, doch bisher ist keinem gelungen, ein schlüssiges Konzept auszuarbeiten und Schlafwagenzüge auf den Weg zu bringen.

Wie BUZZ Mitte Juli schrieb, schmieden zwei Unternehmen bzw. Startups aktuell Pläne für Nachtzüge: European Sleeper aus den Niederlanden will von Brüssel aus via Berlin Prag anfahren und das belgische Startup Ostende Vienne Orient Experience (OVOE) möchte Nachtzüge von der belgischen Hauptstadt aus nach Salzburg, Innsbruck und Mailand einlegen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

"NightJet" nach Wien: Zwischenhalt in Lüttich-Guillemins

Viele Pläne werden auf Eis gelegt

Pläne für Nachtzüge zwischen Brüssel und Malmö in Schweden wurden auf Eis gelegt, weil sich keine finanzstarken Partner fanden und die Abfahrten der Berlin- und Prag-Züge von European Sleeper sind bereits mehrmals verschoben worden. Gründe dafür gibt es viele. Nachtzüge sind kostspielig, Schlafwagen entweder zu alt oder zu teuer und es gilt enorme bürokratische Hindernisse zu überwinden bzw. Vorschriften in jedem zu durchfahrenden Land einzuhalten.

Zudem sind die Trassen- und Kilometerpreise für Zugfahren auf den Gleisnetzen der einzelnen Länder sehr hoch.  Standardtarif ist etwa 8,70 € pro Kilometer, doch die eigentlichen Kosten hängen von den zu befahrenden Strecken, der Anzahl Zwischenhalte in Bahnhöfen und der Tages- bzw. Nachtzeit ab, an denen die Züge unterwegs sind, können also erheblich variieren. 

Zu wenig Waggons?

Alexander Gromme von der Vereinigung „Back on Track“, die sich für Brüssel als zentrales europäisches Nachtzug-Hub einsetzt, sagte dazu gegenüber BRUZZ, dass Liege- und Schlafwagen seit etwa 2000 in Europa nicht mehr produziert werden. Man verhandele derzeit mit Unternehmen, die solche Waggons vermieten. Selbst solche Fahrzeuge kaufen oder herstellen zu lassen, sei sehr teuer: „Selbst Nachtzüge kaufen ist eine gute Investition, doch zwischen Bestellung und Lieferung vergehen 4 bis 5 Jahre.“

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die den „NightJet“ zwischen Brüssel und Wien betreiben, haben jetzt bei Siemens Mobility 20 neue siebenteilige „NightJet“-Züge bestellt, die jeweils rund 25 Mio. € kosten. Ab 2025 soll die ÖBB 33 Nachtzugeinheiten in ganz Europa einsetzen. Für die Österreicher, die quasi als einzige Bahngesellschaft in Europa Nachtzüge einsetzen, ist dies ein Prestigeprojekt, doch marktwirtschaftlich ist ein solches Vorhaben schwierig.

„Ohne Zuschüsse gelingen Nachtzüge nicht“, sagte Kees Smilde, Sprecher des belgischen Fahrgastverbandes ZugTramBus gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu. Der Traum vom internationalen Nachtzug-Hub in Brüssel muss wohl vorerst weitergeträumt werden. Aber, der „NightJet“ macht weiter Hoffnung. Nur muss man früh genug buchen… 

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