Zum Hauptinhalt springen
Umwelt & Klima
Energie

Flanderns Ministerpräsident Jambon befürchtet, dass der Bau der Ventilus-Hochspannungsleitung ein schwerer Gang wird

Jan Jambon (N-VA, Foto), der Ministerpräsident des belgischen Bundeslandes Flandern, sagte am Sonntag in der VRT-Talksendung „De zevende dag“ („Der siebte Tag“), dass der Bau der sogenannten „Ventilus“-Hochspannungsleitung in Westflandern kein leichtes Unterfangen werde.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

„Ventilus“ ist ein Projekt, mit dem in den Off Shore-Windkraftanlagen in der Nordsee nachhaltig produzierter Strom ins belgische Inland befördert werden soll. 

Vor einigen Tagen wurde aufgrund der Expertise eines deutschen Fachmanns entschieden, dass die Leitung oberirdisch, sprich mit Strommasten und Kabeln angelegt werden wird. In der Provinz Westflandern, durch die die Hochspannungsleitung verlaufen soll, plädiert man jedoch für die wesentlich teurere und kompliziertere unterirdische Verlegung von „Ventilus“.

Ministerpräsident Jambon geht davon aus, dass es kein einfaches Unterfangen sein wird, diese Hochspannungsleitung zu bauen. Die Gegner des Projektes seien noch immer zahlreich, auch wenn viele Bürgermeister von Anrainergemeinden von dem jetzt vorgesehenen Konzept überzeugt werde konnten. Diese könnten das Verfahren durch allerhand Einsprüche verzögern und in die Länge ziehen.

Problem Gesundheit?

Eigentlich ist der erste Spatenstich für das Projekt für 2024 vorgesehen und die Fertigstellung ist für 2027 geplant. Die betroffenen Anwohner machen sich in erster Linie Sorgen um ihre Gesundheit, denn sie befürchten, hohen Strahlungen ausgesetzt zu werden. Gerade dieser Umstand könnte das gesamte Projekt verzögern, befürchtet auch der Ministerpräsident von Flandern. 

Kompensierungen geplant

Die flämische Landesregierung wird sich in der kommenden Woche mit Elia, dem Betreiber der Hochspannungslinien in Belgien treffen, wie Jambon andeutete. Dabei geht es auch und gerade um die Kompensierungen, die den Betroffenen zuteilwerden sollen, so Jambon: „Wir müssen noch festlegen, wie weiträumig wir um die Leitung herum kompensieren werden. Dieser Beschluss ist noch nicht getroffen worden. 180 Meter? Geht das breiter? Geht das schmaler? (…) Im Februar werden wir von den fünf möglichen Trassen eine bestimmte auswählen. Damit wird die Zahl der Betroffenen sehr deutlich eingeschränkt.“  

Chris Peeters, der CEO von Elia, sieht in diesem Zusammenhang „aus der Gesundheitslogik heraus kein Problem“, wie er am Sonntag im Rahmen von „De zevende dag“ erklärte. Studien haben bisher noch keinen kausalen Zusammenhang zwischen Hochspannung und Leukämie bei Kindern festgestellt, doch „Wir halten uns an sehr strenge Normen und das Prinzip der Vorsichtigkeit wird vollständig angewendet.“ 

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5