Die Brüsseler Universitätsklinik Saint-Luc (Foto) ist offenbar von der Polizei nicht über den Umstand unterrichtet worden, dass von dem späteren Polizistenmörder eine potentielle Gefahr ausging, wie unsere frankophonen Kollegen der RTBF melden. Der Mann, der am Donnerstagabend am Brüsseler Nordbahnhof einen Polizisten mit Messerstichen tötete und dessen Kollegen schwer verletzte, hatte sich nur Stunden zuvor bei einer Polizeiwache gemeldet und um psychologische Hilfe gebeten. Die Polizei lieferte den Mann dann bei der Uniklinik ab.
Messerattacke auf Polizisten: Brüsseler Klinik wusste nicht, dass der spätere Polizistenmörder potentiell gefährlich war
In einer Pressemitteilung der Cliniques universitaires Saint-Luc, die die RTBF zitiert, heißt es: „Ein Mann, der von drei Polizeibeamten begleitet wurde, meldete sich gegen 11 Uhr bei der Notaufnahme für eine freiwillige psychologische Aufnahme.“
Noch keine halbe Stunde später wurde diese Person von einem fachkundigen Pfleger für die weitere Behandlung beurteil, wonach die drei Polizisten die Klinik wieder verlassen haben, „ohne das Personal der Notaufnahme auf die Höhe davon gebracht zu haben, dass von der Person eine Gefahr ausgeht.“
Nur rund 20 Minuten später stellte ein weiterer Pfleger, der den Mann zur Behandlung im Wartesaal abholen sollte, fest, dass sich dieser „in Eigeninitiative“ entfernt habe. „Es war hier nicht der Fall, dass er die ganze Zeit von der Polizei bewacht wurde.
Irgendwelche Instruktionen oder Informationen zu ihm habe es von polizeilicher Seite her nicht gegeben. Nur Stunden später griff dieser Mann am Nordbahnhof in Brüssel eine Polizeistreife mit einem Messer an, bei der ein Polizist getötet wurde und ein weiterer schwer verletzt.
Inzwischen ist bekannt, dass der Täter auf Terrorlisten geführt wurde und dass er als im Gefängnis radikalisiert wurde und als gefährlicher islamistischer Ex-Häftling galt. Dass diese Informationen nicht an die Cliniques universitaires Saint-Luc weitergereicht wurde, wird derzeit heftig kritisiert. In der Klinik hätte man den Mann z.B. internieren können.

