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Umweltschützer leiten neues Verfahren gegen Pläne für neues Ineos-Werk in Antwerpen ein

14 Umweltschutzorganisationen haben ein neues Verfahren gegen die umstrittenen Pläne des Chemiekonzerns Ineos für eine neue Ethan-Cracker-Anlage im Hafen von Antwerpen eingeleitet. Sie verklagen die flämische Landesregierung, weil diese Ineos eine Baugenehmigung erteilt hat.  

Martina Luxen Belga
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Umweltorganisationen wie Bond Beter Leefmilieu, Greenpeace und ClientEarth wehren sich seit geraumer Zeit gegen das sogenannten Project One von Ineos im Hafen von Antwerpen. Der Chemiekonzern will dort einen Ethancracker zur Herstellung von Ethylen bauen, das u. a. zur Kunststoffherstellung verwendet wird. Die Investition beläuft sich auf 3 Milliarden Euro. Eine neue Kunststoffproduktionsanlage sei aber keine gute Idee, bemängeln die Umweltorganisationen.

Benjamin Clarysse von Bond Beter Leefmilieu: "Zum einen wird dieser Kunststoff aus einer fossilen Ressource hergestellt, und zum anderen gibt es dann zusätzliche Kunststoffe, während es auf dem europäischen Markt bereits zu viele gibt. Wir wollen also mehr Recycling statt neuer Kunststoffe. 

Umweltorganisationen befürchten unter anderem eine Verschmutzung durch Kunststoffgranulat, aus dem Kunststoffprodukte hergestellt werden. Schätzungen zufolge landen in Europa jedes Jahr 167.000 Tonnen Kunststoffgranulat in der Umwelt. Dies kann auch Folgen für ein Natura-2000-Gebiet (Foto oben) haben, das in der Nähe des Hafens liegt. Nach europäischer Auffassung muss ein solches Gebiet jedoch geschützt werden.  

Nach Ansicht der Umweltorganisationen kann sich das Problem auch auf die Niederlande ausweiten. Ein Anfang des Jahres veröffentlichter Bericht eines Whistleblowers zeigte, dass die Westerschelde bereits stark mit Kunststoffgranulat verschmutzt ist, das häufig von Herstellern im Antwerpener Hafengebiet stammt.  

Auswirkungen auf Klima, Natur und Luftqualität nicht ausreichend untersucht

Ursprünglich hatte die Provinz die Baupläne von Ineos genehmigt. Umweltschutzorganisationen erhoben Einspruch, woraufhin die flämische Umweltministerin Zuhal Demir (flämische Nationalisten, N-VA) die Genehmigung im Berufungsverfahren ausstellte. Jetzt verklagen die Umweltorganisationen die flämische Regierung.   

"Unserer Meinung nach ist nicht ausreichend nachgewiesen, welche Auswirkungen das Projekt auf das Klima, die Natur und die lokale Luftqualität haben wird", so Clarysse: "Unserer Meinung nach wurde der Bauplan genehmigt, ohne dass man die Auswirkungen genau kennt. Das verstößt gegen belgisches und europäisches Recht." 

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