Seit Beginn der Corona-Krise dürfen Gastronomiebetriebe in Brüssel im Sommer größere Terrassen ohne Genehmigung errichten. Audrey Henry (MR, frankophone Liberale), die regionale Staatssekretärin für Stadtplanung, arbeitet an einer neuen Verordnung, die deren ganzjährige Nutzung ermöglichen soll. Bis das Gesetz in Kraft tritt, appelliert sie an die Kommunen, die Terrassen vorerst stehen zu lassen, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ meldete.
Brüssels Regionalregierung arbeitet an einem Gesetz zur dauerhaften Nutzung der „Corona-Terrassen“
Die sogenannten „Saisonterrassen“, auch gerne als „Corona-Terrassen“ bezeichnet, entstanden während der Covid-Pandemie und sind zu einem festen Bestandteil des Brüsseler Stadtbildes geworden. Normalerweise müssen die Terrassen an jedem 1. Oktober abgebaut werden, doch Henry bittet die Kommunen, sie vorerst stehen zu lassen.
Die Staatssekretärin arbeitet an einem Gesetz, das die ganzjährige Nutzung der Terrassen erlauben soll. Der Text befindet sich derzeit in dritter Lesung, wird aber nicht rechtzeitig veröffentlicht. Daher laufen Gastronomen Gefahr, ihre Terrassen abbauen und unmittelbar nach der Gesetzesänderung wieder aufbauen zu müssen. Um diese Situation zu vermeiden, appelliert Henry in einem Schreiben an die Gemeinden, „den Abbau von Terrassen allein aufgrund dieser Frist zu verhindern.“
Zustimmung in der Gastronomie
Henrys neue Regelung stößt beim Branchenverband Horeca Brüssel auf Zustimmung. „Der Abbau der Terrassen würde erhebliche Kosten für Arbeitskräfte, Transport und Lagerung verursachen, und das in einer Zeit, in der sich die Branche in einer schwierigen Lage befindet“, so dessen Vorsitzender Matthieu Léonard.
Laut Horeca Brüssel fallen die Reaktionen der Gemeinden unterschiedlich aus. Sint-Gillies begrüßt die Maßnahme, die jahrelangen regulatorischen Manövern ein Ende setzt. Elsene mit seinen 126 Terrassen äußert sich zurückhaltender und weist darauf hin, dass diese im Winter kaum genutzt werden und nicht selten Parkplätze belegen.