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AKW Doel bei Antwerpen
Inland
Politik

Sollen die Kernkraftwerke in Belgien Zwangsverstaatlicht werden?

Die Verhandlungen zwischen der belgischen Bundesregierung und dem französischen Energiekonzern zur Zukunft und zum Umgang mit den Atomkraftwerken verlaufen sehr zäh. Streitpunkt ist nicht zuletzt der Rückbau der AKW nach dem Auslaufen ihres Betriebs. Dies wird eine Milliardensumme veranschlagen. Premierminister Bart De Wever (N-VA, flämische Nationaldemokraten) bringt inzwischen eine Zwangsversteigerung der AKW ins Spiel. Inzwischen setzen im Nuklearbereich aktive Unternehmen in Belgien aufgrund der unsicheren Energiepolitik Investitionen aus.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Premier De Wever und Teile der Regierung drohen mit einer Zwangsverstaatlichung der belgischen Kernkraftwerke, wenn es nicht bald zu einer Einigung mit dem Kraftwerksbetreiber Engie kommt. Seit April laufen die Verhandlungen zum zukünftigen Umgang mit den AKW. Das bedeutet zum einen eine mögliche Laufzeitverlängerung bzw. eine Wiederinbetriebnahme angeschalteter Meiler und zum anderen die Folgekosten.

Der Rückbau der belgischen Kernkraftwerke Doel bei Antwerpen und Tihange bei Huy und Lüttich nach ihrem definitiven Auslaufen wird Milliarden veranschlagen und die soll zum Großteil Engie tragen. Der französische Misch- und Energiekonzern hat jahrzehntelang Milliarden durch den Betrieb der belgischen AKW eingenommen…

Die Opposition im belgischen Bundesparlament, genauer die flämischen Liberalen Anders fordern die Regierung dazu auf, trotz den Herbst- und Parlamentsferien die Kammer noch in dieser Woche über diesen Sachverhalt aufzuklären.

Unsichere Investoren

Anders warnt zudem davor, dass eine mögliche Verstaatlichung der Kernkraftwerke das entsprechende Investitionsklima in diesem Sektor mit sich bringen könnte. Dies scheint sich zu bewahrheiten, denn der belgische Technologieverband Agoria spricht davon, dass 6 von 10 hiesigen Unternehmen, die im Nuklearsektor aktiv sind, geplante Investitionen erstmal aussetzen.

Grund dafür ist die Tatsache, dass derzeit in Belgien keine konkrete und planbare Energiepolitik vorliegt, so Agoria: „Es ist überhaupt nicht vorhersehbar, was wann kommen wird.“       

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