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Die modernistische Villa Roma in Löwen steht zum Verkauf

Die modernistische Villa Roma am Tiensesteenweg in Kessel-Lo, eine Teilgemeinde von Löwen in Flämisch-Brabants, steht zum Verkauf. Die Villa wurde 1934 von dem renommierten Architekten Victor Broos entworfen und erbaut. Um die Jahrhundertwende verfiel das Gebäude zusehends, bis Michel Decq und Anita Leys es restaurierten und es unter Denkmalschutz gestellt werden konnte. Jetzt aber trennt sich die Familie schweren Herzens von dem Anwesen.

Andreas Kockartz
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Für Michel Decq war die Villa Roma Liebe auf den ersten Blick. Als Allgemeinmediziner besuchte er dort oft den Vorbesitzer. Als das Haus 2001 zum Verkauf stand, zeigte er sofort Interesse. Geplant war, dass er und seine Lebensgefährtin dort ihren Lebensabend verbringen. Die Familie war vom Stil und von der Geschichte des Hauses fasziniert.

Obwohl die Villa an einer stark befahrenen Straße liegt, war sie einst ein ländlicher Rückzugsort. „Nach dem Ersten Weltkrieg wurde entlang der Hauptstraße viel gebaut“, sagt Liedewij Elsen, Denkmalpflegerin der Stadt Löwen: „Besonders beliebt war sie beim Bürgertum, bei wohlhabenden Menschen. Sie zogen weg aus der dicht bebauten Stadt, die sie als schmutzig und ungesund empfanden.“

Damals hatte das Wohnen an einer Hauptstraße eine andere Bedeutung. „Heute ist es eher ein Ort, an dem niemand wohnen möchte, aber mit dem Aufkommen des Autos genoss es ein gewisses Prestige“, so Elsen: „Für Architekten wie Victor Broos war es eine große Ehre, dort zu bauen. Es war auch eine Art, sein Kapital zur Schau zu stellen. Viele dieser Gebäude sind erhalten geblieben. Der Blick auf die Hauptstraße ähnelt heute noch weitgehend dem von vor etwa 100 Jahren.“

Schimmel und Pilze

Nach über 70 Jahren war die modernistische Villa für Michel und Anita alles andere als bezugsfertig. Nach jahrelangem Leerstand war das Haus völlig verfallen. „An den Schlafzimmerwänden hatte sich eine zehn Zentimeter dicke Schimmelschicht gebildet“, erzählte Tochter Louise. „In der Küche wucherte sogar ein großer Pilz.“

Das war nicht das einzige Problem: Im Laufe der Jahre war viel vom ursprünglichen Design durch Flickwerk verloren gegangen. Michel Decq und Anita Leys machten es sich zur Aufgabe, das Haus nach Victor Broos’ Entwurf vollständig zu restaurieren.

Von Wänden über Möbel und Türgriffe bis hin zu den Fenstern: Alles wurde restauriert. „Es war eine enorme Menge Arbeit“, sagte Louise lachend: „Das Haus ist ein wahres Kunstwerk. Zum Glück war es zu einer echten Leidenschaft geworden.“ Im Zuge dessen wurde die Villa auch modernisiert, mit neuer Elektrik und Heizung.

Für zukünftige Generationen geschützt

Der Lohn für ihre Arbeit kam 2017 mit dem Denkmalschutz der Stadt. „Dieser Schutz ist sehr wichtig“, erklärte die Löwener Denkmalpflegerin Elsen: „Wenn ein zukünftiger Besitzer Renovierungen vornehmen möchte, wird das fast immer von der Stadt geprüft. Die Auflagen sind strenger als bei anderen Häusern. Wir prüfen stets, ob der architektonische Wert erhalten bleibt. So sichern wir den Erhalt des Hauses für zukünftige Generationen.“

Dennoch kommt das Haus jetzt auf den Markt. „Meine Eltern konnten noch einige Jahre dort wohnen, aber nicht so lange wie geplant“, sagt Louise. „Mein Vater lebt jetzt in einem Pflegeheim und meine Mutter konnte nicht länger allein dort leben.“

Louise spricht mit großer Zuneigung über die Villa Roma: „Ich finde, es ist wirklich das schönste Haus der Welt. Eigentlich wollte ich meine Kinder später dort wohnen lassen und, wer weiß, vielleicht sogar selbst einziehen, aber es kam anders. Jetzt liegt es am nächsten Besitzer. Ich bin sicher, wir finden jemanden, der ebenfalls ein großes Herz für das kulturelle Erbe hat.“

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