Die flämische Landesregierung muss dringend die Wiederherstellung der Natur in Angriff nehmen. Andernfalls droht sie, ihre Klimaziele zu verfehlen. Dies fordert der flämische Naturschutzverband Natuurpunt (Naturpunkt) im Anschluss an die Veröffentlichung des jüngsten Fortschrittsberichts zum flämischen Energie- und Klimaplan.
Natuurpunt warnt: Flandern verliert seinen natürlichen Schutz vor der Klimakrise
Dem Bericht zufolge stagnieren die Treibhausgasemissionen in Flandern, während die Netto-Kohlenstoffspeicherung durch die flämische Umwelt um 90 % eingebrochen ist. Das Klimaziel Flanderns, die Emissionen bis 2030 um 40 % zu senken, rückt damit in immer weitere Ferne.
Wälder, Wiesen und Feuchtgebiete spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Sie nehmen CO₂ auf, speichern Kohlenstoff, halten Wasser zurück und sorgen für eine Abkühlung der Umgebung. Im Jahr 1990 speicherte die flämische Landschaft jährlich 459.000 Tonnen CO₂-Äquivalent (netto). Im Jahr 2024 ist dieser Wert auf nur noch 32.000 Tonnen gesunken. Obwohl die Wälder jährlich 845.000 Tonnen CO2 aufnehmen, stagniert ihre Fläche seit 2005, beklagt Natuurpunt.
Zudem hat Flandern seit 1990 etwa 14 % seiner Wiesen und 12 % seiner Feuchtgebiete verloren. In den letzten 50 bis 60 Jahren sind im Norden des Landes sogar bis zu 75 % der Feuchtgebiete verschwunden. Durch Austrocknung und Entwässerung wird der zuvor gespeicherte Kohlenstoff wieder freigesetzt. Im Jahr 2024 sind die Feuchtgebiete sogar zu Netto- CO₂-Quellen geworden.
Bodenversiegelung
Die zunehmende Versiegelung - durch Bauvorhaben, Straßen und die künstliche Umgestaltung von Flächen - verschärft das Problem: Der „Flächenfußabdruck“ - also das Ausmaß der Umgestaltung und die Auswirkungen der Flächennutzung auf die Umwelt - ist seit 1990 um 22 % gewachsen.
Die Naturschutzorganisation Natuurpunt kritisiert, dass der versprochene flämische Aktionsplan, der den Schutz von Kohlenstoffspeichern und der Natur gewährleisten soll, erneut verschoben wurde. Zwar verfügt Flandern über einen Klimaplan, der konkrete Ziele enthält - etwa die Wiederherstellung von mindestens 20.000 Hektar Feuchtgebieten bis 2030, den Schutz kohlenstoffreicher Grünlandflächen sowie die Schaffung von 10.000 Hektar zusätzlichem Wald, doch mangelt es an der Umsetzung.
Natuurpunt stellt fest, dass es an einem ausreichenden Budget, klaren Zeitvorgaben und konkreten Maßnahmen fehlt, was die Versprechen zu bloßen Wunschvorstellungen degradiert. „Unser Appell an Umweltminister Brouns und die flämische Regierung könnte nicht deutlicher sein: Hören Sie auf zu zögern und legen Sie einen ehrgeizigen, verbindlichen Plan zur Wiederherstellung der Natur vor“, fordert die Naturschutzorganisation.
