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Angriff auf europäische Diplomaten durch israelische Siedler: Konsulin aus Belgien unter den Betroffenen

Im Westjordanland, eine Region, die von Israel besetzt ist, nimmt die Gewaltbereitschaft von radikalen jüdischen Siedlern zu, vor allem gegen dort lebende Palästinenser. Dies teilte die belgische Konsulin Annick Van Calster mit, die zu einer Gruppe europäischer Diplomaten gehört, die vor einigen Tagen von solchen Siedlern angegriffen wurde. Am Samstag ist eine Delegation von Diplomaten aus der Europäischen Union bei einem sondierenden Besuch in Westjordanland von radikalen Siedlern angegriffen worden. Geplant war u.a. palästinensischen Familien symbolisch bei der Olivenernte zu helfen.

Andreas Kockartz
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Es sollte ein Tag der Solidarität und der friedlichen Unterstützung inmitten der Olivenhaine des palästinensischen Dorfes Taybeh im besetzten Westjordanland werden. Eine internationale diplomatische Delegation, bestehend aus belgischen, französischen und polnischen Diplomaten, einem französischen Bürgermeister, dem Erzbischof von Cambrai und einem einheimischen Priester, nahm gemeinsam mit den Bauern an der jährlichen Olivenernte teil.

Ihre Anwesenheit diente einem konkreten Zweck, nämlich einer sogenannten diplomatischen „Schutzpräsenz“ (protective presence).

Auf dem Weg dorthin sind die Wagen der Diplomaten angegriffen worden. Dabei wurde auch die belgische Konsulin körperlich attackiert, glücklicherweise aber nicht verletzt. Der französische Bürgermeister von Aulnoye-Aymeries (Nordfrankreich), Bernard Badoux, hingegen wurde hefriger getroffen (siehe Foto oben). Zudem wurde Fahrzeugs beschädigt. So wurde z.B. eine Scheibe eines Autos eingeschlagen.

Nach dem Angriff ließen die betroffenen Diplomaten wissen, dass sie sich mit den Außenministerien ihrer Länder absprechen wollen, um zu planen, wie man auf diesen Vorfall reagieren soll.

Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei) forderte nach dem Vorfall gemeinsame internationale Maßnahmen. Belgien werde weiterhin auf europäische Sanktionen gegen die Verantwortlichen für die Gewalt und ihre Unterstützer bestehen, so der Minister.

Auch die Europäische Union verurteilte die Gewalt gegen europäische Diplomaten.

Hat das israelische Militär auf Notrufe nicht reagiert?

Am Wochenende berichtete die israelische Tageszeitung Haaretz, dass die dortige Armee, die auch im Westjordanland im Einsatz ist, auf Notrufe der Diplomaten zunächst nicht reagiert habe. Der Angriff habe in den Mittagsstunden stattgefunden, doch Soldaten seien erst Stunden danach am Ort des Geschehens eingetroffen.

Inzwischen soll ein Untersuchungsausschuss die Sache beleuchten. Offenbar sind entsprechende Notrufnummern nicht für die Nutzung durch Zivilisten oder auch Ausländer vorgesehen, wie Haaretz schrieb.

Die israelische Polizei gibt an, in diesem Zusammenhang 10 Personen festgenommen zu haben. 

Unser Video zeigt den Angriff, der von Teilnehmern der diplomatischen Delegation gefilmt wurde. 

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