16 Tiergehege im Tierpark Pakawi in Olmen, eine Teilgemeinde von Balen in der Provinz Antwerpen, müssen für Besucher geschlossen werden. Diese Entscheidung traf der flämische Tierschutzminister Ben Weyts (N-VA, flämische Nationaldemokraten). In den Gehegen leben unter anderem Giraffen und ein Tiger. Laut Weyts liegen hier gravierende und anhaltende Probleme hinsichtlich Sicherheit, Hygiene und Tierschutz vor.
Pakawi in Olmen: Flanderns Tierschutzminister schließt 16 Tiergehege wegen anhaltender Probleme
Flanderns Tierschutzminister Ben Weyts ordnet die Schließung von 16 Tiergehegen im Tierpark Pakawi in Olmen für Besucher an. Betroffen sind unter anderem die Gehege eines Braunbären, von Giraffen, Totenkopfäffchen und eines Tigers. Der Minister verweist auf gravierende und anhaltende Probleme hinsichtlich der Sicherheit von Besuchern und Tieren sowie der Hygiene und des Tierschutzes.
Weyts setzt die Akkreditierung für 5 Gehege – die eines Tigers, eines Geparden, eines Palmengeiers, eines Vipern-Paares und einer Voliere mit etwa 100 Vögeln sofort aus und entzieht sie 11 weiteren. Die Gehege müssen bis zum 15. November für die Öffentlichkeit geschlossen werden. Die übrigen 100 Gehege dürfen geöffnet bleiben.
Bereits 2017 musste der Park wegen Verstößen gegen den Tierschutz schließen
Es ist nicht das erste Mal, dass Pakawi in die Kritik gerät. 2017 musste der Park - damals noch unter dem Namen „Olmense Zoo“ - wegen Verstößen gegen den Tierschutz schließen.
Im März dieses Jahres drohte erneut die Schließung, doch Minister Weyts gab Pakawi eine letzte Chance, alle Mängel zu beheben. Dies sei nicht ausreichend geschehen, so das Fazit des Ministers: „Es gibt weiterhin Probleme mit der Sicherheit der Besucher und der Tiere. Mir bleibt keine andere Wahl, als 16 Tiergehege zu schließen.“
Diese Gehege sind vorübergehend nicht sichtbar oder für Besucher zugänglich. „Wenn die baulichen Mängel behoben sind, können diese Gehege mittelfristig wiedereröffnet werden“, heißt es in Weyts’ Mitteilung.
11 Gehege mit schwerwiegenderen Problemen
Bei 11 weiteren Gehegen sind die Probleme gravierender. Weyts entzieht diesen die Akkreditierung. Dazu gehören Gehege mit Giraffen, einer Hyäne, einem Braunbären, einem Krokodil, Totenkopfäffchen, Panthern, Servalen, Erdmännchen und Eulen. Auch diese Gehege müssen vollständig von der Öffentlichkeit abgeschirmt werden.
Diese Tiere müssen entweder ein neues Zuhause finden, oder der Park muss alle Probleme kurzfristig und nachhaltig lösen. Im letzteren Fall muss der Park ein komplett neues Akkreditierungsverfahren durchlaufen. In der Zwischenzeit müssen die Tiere weiterhin die notwendige Pflege erhalten.
Laut Aussage des Ministers gibt es an einigen Stellen unzureichende Absperrungen zwischen der Öffentlichkeit und potenziell gefährlichen Tieren. „Einige Gehege sind zu klein, bieten den Tieren keinen freien Zugang zu einem Unterschlupf oder dem gesamten Gehege und weisen nicht die notwendigen klimatischen Bedingungen auf“, so Weyts.
„Seit 2021 wurden Pakawi bereits zahlreiche Maßnahmen und Aktionspläne auferlegt, die jedoch nicht die gewünschte Verbesserung brachten.“
Anfang des Jahres leitete der Minister ein Verfahren zum Entzug der Akkreditierung des Tierparks ein. „Wir haben monatelang mit dem Park verhandelt. Es wurden zwar Anpassungen vorgenommen, doch für 16 Gehege waren diese immer noch unzureichend“, sagt Weyts.
Verfahren eingeleitet
„Es tut mir sehr leid, dass wir diese Maßnahme ergreifen müssen, aber es wurden bereits viele Chancen gegeben. Irgendwann muss es aufhören.“ Bis zum 15. November gilt eine Übergangsfrist. Bis dahin müssen die 16 Gehege für die Öffentlichkeit geschlossen sein.
Der Tierpark muss nicht komplett schließen. „Wir ergreifen nur Maßnahmen, wo die Sicherheit nicht den Standards entspricht. Die 100 anderen Tiergehege können geöffnet bleiben“, versichert Weyts.
Tommy Pasteels, der Geschäftsführer von Pakawi, bestätigt den Erhalt eines Schreibens des Ministers, möchte sich aber noch nicht dazu äußern: „Wir haben das Schreiben erst vor Kurzem erhalten und hatten noch keine Gelegenheit, alles gründlich zu prüfen.“

